Mitte März bis 10. April 2020 täglich. Ab 11. April 2020 erscheinen die Beiträge jeden zweiten Tag. Ab Montag, 22. Juni 2020 immer Montag und Donnerstag abends. Ab Montag, 13. Dezember 2021 am Montagabend nach 22 Uhr.


Montag, 20. Dezember 2021

Weihnachtsfreuden 2021

Es ist wieder so weit. Die Niederländische Regierung hat beschlossen, das öffentliche Leben erneut herunter-zufahren, öffentliche Einrichtungen wie z.B. Museen, Theater, Konzertsäle, Schwimmbäder, aber auch Schulen und Hochschulen zu schließen, ebenso Friseure und andere Betriebe im Bereich körpernaher, nichtmedi-zinischer Dienstleistungen und alle Ladengeschäfte, deren Sortiment nicht zum täglichen Bedarf gehören. Mit anderen Worten, sie hat beschlossen, ihre Bürger wieder in den Lockdown zu schicken. Und zwar von jetzt auf gleich. Freitag, 18.12., wurde der Vorschlag vom "Outbreak Management Team" gemacht, am Samstag, dem 19. Dezember im Kabinett diskutiert und am Samstagabend in einer Pressekonferenz verkündet mit Gültigkeit ab Sonntag, 20. Dezember 2021 5:00 Uhr morgens mit vorläufigem Endedatum 14. Januar 2022 (Schulen und Hochschulen 9. Januar 2022).

Alles Gute zum Christfest. Fröhliche Weihnachten!

Mir fällt spontan nichts mehr an als pure Bitterkeit mit einer Prise Zynismus. Heulen und Zähneknirschen. Und ich erinnere mich an die erbitterte Diskussion in der Obersekunda oder Unterprima, damals dann doch gerade schon 11. oder 12. Klasse geheißen, über die Frage, ob in der Politik der Zweck die Mittel heilige. Unsere Klasse an der Höheretöchterschule (Natürlich hieß auch die damals schon Gymnasium für Mädchen) war erbittert in zwei Lager gespalten. Die studentenbewegt-marxistisch(leninistisch) angehauchten Linken (wir schreiben das Jahr 1970 oder 71) waren strikt dafür, dass der 'gute' Zweck die Mittel heilige. Das bürgerlich-konservative Lager war der christlichen oder humanistischen Ethik verpflichtet und der Meinung, dass zur Erreichung des 'guten' Zwecks niemals alle Mittel erlaubt sein sollten. Die Schulklasse war so gespalten wie heute die Gesellschaft.

Aber dann fasse ich mich wieder. Ich lasse mich nicht aus meiner inneren Mitte werfen! Dieses Hin und Her zwischen Zügel ein bisschen loslassen und danach um so stärker wieder anziehen lässt sich durchaus als zum System gehörend betrachten. Von heute aus betrachtet erscheinen die Lebensregeln aus dem Juli 2020 paradiesisch. Aber auch da war schon Maskenpflicht, Abstandhalten C-Bewusstsein allerorten und ein freies, normales Leben wie bis einschließlich Februar 2020 weit weg.

Glücklicherweise haben wir noch immer unser 'Trotzdem'. Lebendig sein, Freude empfinden, schauen, wofür ich dankbar bin, immer wieder innerlich zur Ruhe und in meine Mitte kommen, Kontakte pflegen (und sei es Online, per Schneckenpost, per Telefon), aus dem Herzen leben.

Meine Brieffreundinnen helfen dabei sehr. Viele, viele Weihnachtskarten und -briefe haben sie mir geschickt, geschenkt. Ich schenke ein paar Kleinigkeiten daraus an Euch weiter.




Zaubersterne

Ich bin die kleine Weihnachtsfee
und stecke fest im dichten Schnee.
Drum schick' ich Dir aus weiter Ferne
eine Hand voll Zaubersterne.


 

 
Rezept für Glückssterne

Den Ofen auf Herzenswärme vorheizen.
Gute-Laune-Teig ausrollen.
Glücks-Stern-Plätzchen ausstechen
und auf einem Backblech verteilen.
Zauberhafte Erinnerungen backen,
mit Traumzucker bestreuen
und Sternstunden genießen.


Eine der wunderschönen Karten, die ich erhielt

 

 

 

Weihnachtswünsche

Eine Zipfelmütze voll Liebe,
Weihnachtsgrüße,

einen Himmel voller Schneeflocken
und ein Säckchen voller Glück
- für Euch.

Die Freude über die Wiederkehr des Lichtes in unsere Welt, die wir jedes Jahr an Weihnachten zelebrieren und feiern, ist stärker als jedes Dunkel. Denn wo das Licht ist, kann Dunkel nicht sein.

Segensreiche, frohe Weihnachten!



Montag, 13. Dezember 2021

To-do-Liste

Im Außen wird es immer ungemütlicher. Die Spaltung in der Gesellschaft breitet sich mehr und mehr aus. Der Alltag wird ungemütlicher. Und die Aussichten für die kommenden Monate sind, was das betrifft, nicht rosig. Um so wichtiger ist es, neben allem anderen, was einem so einfällt, dem entgegen zu wirken, Dinge zu tun, die innerlich stärken.

In einem der letzten Newsletter von Christina von Dreien stand eine Liste mit Dingen, die man sozusagen als ständige "Erste Hilfe" sich selbst angedeihen lassen kann. Diese Tips gefallen mir gut, und deswegen gebe ich sie im Folgende wider. Um mir etwas Gutes zu tun, kann ich zum Beispiel:

🌻 Mich auf den eigenen Lichtkörper konzentrieren.

🌻 Mich daran erinnern, für was alles ich dankbar sein kann im Leben.

🌻 Nachsichtig mit mir selbst sein.

🌻 Anderen Menschen und Tieren helfen.

🌻 Etwas tun, bei dem ich mich gut fühle. Ein schönes Buch lesen, schöne Bilder anschauen. In die Stille gehen. Mir wohltuende Musik anhören. Vor mich hintanzen. Singen.

🌻 Mich mit Menschen vernetzen, die gleich denken. So fühle ich auch, dass ich nicht alleine bin.

🌻 Mich energetisch reinigen.

🌻 Mir Zeit für mich selbst nehmen.

🌻 Die Dinge loslassen, die ich nicht kontrollieren kann und meine Energie auf das richten, was ich wirklich ändern kann.

🌻 In die Natur gehen. Ich kann auch die Erde selbst um Kraft bitten.

🌻 Etwas umarmen. Bäume, Tiere oder Menschen.

🌻 Situationen, die Druck in erzeugen, vermeiden. Wenn das nicht geht, etwas tun, damit ich außerhalb dieser Situation einen Ausgleich habe. Wenn ich wegen den aktuellen Umständen viel Druck erfahre, z.B. am Arbeitsplatz oder auch nur unterwegs beim Einkaufen oder in Bussen und Bahnen, ist es wichtig, dann wenigstens bei mir zu Hause einen Ort zu schaffen, an dem ich frei von diesem Druck bin. Einen Ort, an dem ich mein eigenes Licht wieder spüren kann. Mir sozusagen eine Lichtoase schaffen.

🌻 Mich mit aufbauenden Dingen beschäftigen.

Die genannten Aktivitäten können übrigens ganz allgemein helfen, mit stressigen Situationen besser umzugehen.

Zum Beispiel auch in den nun angebrochenen letzten zwei Wochen vor Weihnachten. Gerade dies Jahr wollen vielleicht Viele es zu einem besonders schönen Fest machen. Oder anderen etwas besonders Schönes zukommen lassen. Um einen Ausgleich zu schaffen zu den Unwägbarkeiten und Zumutungen des Außen.

Um dabei selbst nicht unter die Räder zu kommen, ist es sicher lohnend, sich an die oben genannten Dinge zu erinnern und das eine oder andere davon auszuprobieren.

In den kommenden Wochen gönne ich mir etwas mehr Ruhe und Stille, unter anderem für die Weihnachtswochen und die Rauhnächte. Der Blog wird darum ab heute lediglich ein Mal pro Woche erscheinen. Wir sehen uns dann also montags nach 22 Uhr.
Möget auch Ihr eine besinnliche Weihnachtszeit leben und erleben. Trotz allem!

 

Donnerstag, 9. Dezember 2021

Dezemberspaziergang im Park

Schnee auf dem Dachfenster,
im Hintergrund die kahle Linde

Der Druck steigt, die Spaltung in der Gesellschaft, vor allem in Deutschland, wird größer. Die Nachrichten, die mich erreichen, sind erschreckend. Manchmal ist mir einfach nur noch schlecht. Das Gefühl, im falschen Film zu sein, wird stärker und stärker. Und es gibt Tage, da werde ich morgens wach und habe ein hoffendes Gefühl "vielleicht war alles nur ein komischer, schlechter Traum". Leider nicht.

Eines meiner täglichen Rituale gegen das innere Elend ist Spazierengehen. Zwar habe ich keine freie Natur in fußläufiger Umgebung, es heißt ja immer: geh in die Natur, um Dich aufzubauen. Aber immerhin gibt es das Pärkchen hinterm Haus, halbgezähmte Natur. Je weniger Geld in der Gemeindekasse ist, um so weniger gezähmt ist das Ganze. Auch dies hat also wieder mal zwei Seiten. Ist ja auch nicht anders zu erwarten in dieser Welt, in der alles, was existiert, Yin und Yang kennt.

Puderzuckerschnee Anfang Dezember

Wie auch immer - in den letzten Tagen habe ich meine Spaziergänge immer im Pärkchen begonnen und mir angewöhnt, nicht zur hindurchzulaufen, sondern jeweils alle Pfade im Pärkchen zu bewandeln. Zum einen, weil es nett ist, zum anderen, weil ich mich dann länger in einer Umgebung ohne direkte Bebauung aufhalte und auf dem Erdboden laufe anstatt auf Plattenwegen oder Asphalt.

Mit dem Wetter gings rauf und runter die letzte Zeit, mal grau und trübe, mal eklig regnerisch (das sind so Tage, da bleib ich dann doch drinnen), mal war überraschend ein bisschen Schnee gefallen, mal schien genauso überraschend die Sonne. Unterwegs fallen mir oft besondere Details auf, und dann zücke ich mein Handy und mach schnell ein Foto. Meist mit dem Hintergedanken, es im whatsapp Status zu teilen.

Heute unterwegs kam mir in den Sinn, dass ich wieder einmal Euch, meine Leserinnen und Leser, mitnehmen könnte auf meinen Spaziergang. Los gehts mit einem Blick auf Baumpersönlichkeiten.
Die einen sind schon ganz kahl. Die anderen stellenweise noch überraschend grün. So wie die Trauerweide hier links.

Die Schwarzerle rechts hat ein paar Blättern den Safthahn überhaupt noch nicht abgedreht, scheint es.


 

 

Der Blick ins Hirschgehege darf nie fehlen. Sowieso nicht bei solch wunderbar sonnigem Wetter.

Kurzer Ausflug in die Vorgärten der Häuser, die rund um den Park liegen. Immer wieder erblicke ich erstaunt Farbkleckse und denke: Was blüht denn da??? Anfang Dezember!

 
 
Lavendel?



Röschen. Und einzelner Lavendel.

Heide. Erdbeeren?!

Ein paar Nächte später gab es richtig Nachtfrost. Im Lauf der Morgendämmerung konnte ich beobachten, wie dadurch überall wunderbarer Rauhreif entstand. Auf dem Flachdach unseres an die Garage angebauten Wirtschaftsraums ebenso wie auf unserem Rasenstückchen im Garten. Und im Pärkchen. Wunderschön.

Dies Blatt liegt auf einer der Brücken, die die Wasserverbindungen zwischen den Teichen überspannen.



 
 
 
 
Rauhreif auf dem Brücken-
geländer...
 
 
 

...auf dem Weg...





....auf dem Gras...

 

Hier hat die Sonne den Reif schon vertrieben. Um so schöner leuchten die glänzenden Hagebutten.
Obwohl - an der geringen Anzahl der Früchte lässt sich noch jetzt das merkwürdige Frühjahr, der merkwürdige Sommer ablesen.

 

 

Eines meiner Lieblingsbilder.
Die Schneeballenblüten im Winterkleid, im Hintergrund das trocken gewordene Riedgras.
Und die dickköpfig gegen die Jahreszeit ausgetriebenen neuen Schneeballblüten.
Verrückte Gleichzeitigkeit.




 

 

 

 

Bevor es nun am Ende des Spaziergangs wieder nach Hause geht, träumen wir uns noch mit dem Ried in den Himmel hinein.



In den kommenden Wochen gönne ich mir etwas mehr Ruhe und Stille, unter anderem für die Weihnachtswochen und die Rauhnächte. Der Blog wird darum ab dem kommenden Montag, nach dem 3. Advent also, lediglich ein Mal pro Woche erscheinen.
Wir sehen uns dann immer montags nach 22 Uhr.
Möget auch Ihr eine besinnliche Weihnachtszeit leben und erleben. Trotz allem!

Montag, 6. Dezember 2021

Chancen

Beim letzten Mal habe ich ausführlich von Vielem erzählt, was mein Leben vor dem 13. März 2020 ausgemacht hat. Erzählt, um meine und um Eure Erinnerung daran aufzufrischen, wie ein normales Leben aussieht.

Ich habe es ja selbst erlebt: man vergisst das wahnsinnig schnell. Vor allem vergisst man enorm schnell, wie es sich angefühlt hat. 

Schon ist vergessen, wie das Gefühl war in jenem Leben ohne die ganzen Zwänge, Beschränkungen und Angstmacherei, ohne das ganze Panikschüren, ohne diese immer kräftiger angeheizte Spaltung zwischen den Menschen, ohne die massenhaften und haltlosen Schuldzuweisungen.

Schon ist vergessen, wie es sich anfühlte, Erkältungssymptome zu spüren, und dabei an nichts anderes als an "Schnupfen und Husten" zu denken.

Schon ist es vergessen, wie es sich anfühlte, einfach drauflos zu leben. 

Wie es sich anfühlte zu leben ohne die in allen Medien immer wieder ausgemalten Schreckens-szenarios. Wie es sich anfühlte, zu leben ohne diese allzeit und allgegenwärtig dargestellte Bedrohtheit der Gesundheit als das vorgeblich Eigentliche und ohne den omnipräsenten Fokus auf ein potentiell hinter jeder Ecke lauerndes Ende des Lebens unter schaurigen Umständen.

Schon ist vergessen, wie es sich anfühlte, Gesundsein als den Normalzustand eines Lebens anzusehen, auf den der Mensch im Allgemeinen vertrauen kann. Und Krankheit als die – in unendlich vielen Fällen heilbare - Ausnahme zu betrachten.

Schon vergessen ist auch, wie es sich anfühlte, zur Begrüßung einander die Hand zu reichen. Jeden Menschen, mit dem man eine Weile zusammensaß oder stand, zu Beginn der Begegnung durch diesen Händedruck zu erfühlen.

Jedoch ist nicht nur Verlust, was in den letzten 21 Monaten sich entwickelt hat. Manches ist auch neu in mein, in unsere Leben gekommen.

Da sind zuallererst unzählige Online-Veranstaltungen, von denen ich im Rahmen dieses Blogs immer wieder auch erzählt habe. Ich bin völlig geplättet davon, wie viele Menschen inzwischen in irgend einer Weise im weitesten Sinn geistig, spirituell unterwegs sind. Wie viele von ihnen ihre Erfahrungen, ihr Wissen teilen. Wie viele Wege sichtbar geworden sind, zu sich, in die Stille zu kommen. Und sie alle sind inzwischen einfach so verfügbar. Ganz, ganz oft auch kostenlos. Keine Reisen mehr sind nötig zu irgendwelchen Ashrams, keine Reisen zu Seminaren, keine Geheimhaltungspflicht mehr. Die Information ist verfügbar und zugänglich.
Allerdings bin ich zunächst einmal mit all dem allein, und es liegt vollkommen in meiner eigenen Verantwortung, was ich damit tue. Aber auch das ist schon eines der neuen Dinge im Leben: vermehrte Eigenverantwortlichkeit nehmen.

Und so hat sich in den letzten 21 Monaten allmählich in meinem Tun und Lassen manches verändert.

Meditation in irgendeiner Weise – mit ganz verschiedenen Techniken – ist mir tatsächlich zur beinahe täglichen Gewohnheit geworden. Und sei es mit Mikrostillemomenten, Zwischendurch-Atemübungen, beispielsweise während der eineinehalbminütigen Wartezeit mit Finger auf dem Tränenkanal nach den allabendlich zu nehmenden Augentropfen.

Meinen ehemaligen morgendlichen Automatismus: 'Radio an und auf hr2-online das Kulturfrühstück anhören, während ich mein eigenes Frühstück mache und verzehre' habe ich ersetzt durch das Anhören/Ansehen von interessanten Videos meiner bevorzugten Sprecherinnen, sei es via youtube, sei es aus einem der vielen Online-Kongresse, die wie Pilze aus dem Boden geschossen sind. Anstatt mir den Morgen durch aktuelle Meldungen zu verbittern, die bereits in Jahren vor 2020 die ehemals anspruchsvolle Kultursendung verwässert hatten und immer mehr Raum einnahmen, durchlichte ich den Start in den Tag durch angenehme, inspirierende Vorträge, Kommentare und Interviews.

Dann gibt es die wundervolle Plattform liebevoll.jetzt mit ihren zahlreichen Begegnungsmöglichkeiten und Online-Veranstaltungen, vom virtuellen Café über meditative Begegnungen bis zu den Fragestunden mit Gerald Hüther.

Letztes Frühjahr begegnete mir der inspirierende Friedenszirkel, eine Initiative von AntoinetteHaering. Durch die gedanklichen, in ein spezielles Tagebuch aufgeschriebenen Gespräche mit verschiedenen inneren Anteilen, die zu den "Hausaufgaben" zwischen den Sitzungen gehören, habe ich schon viel über mich begriffen. Und die Online-Treffen selbst geben mir jedes Mal sehr viel. Auch hier stehe ich in einer anderen, ruhigeren, stabileren Verfassung vom PC auf als ich mich vor dem Treffen hingesetzt hatte.

Gleiches gilt für die Heilmeditationen mit Steffen Lohrer. Die jetzt, im erneut mehr oder weniger Lockdown-Winter wieder durch regelmäßige Livestreams ergänzt werden, in die die Heilmeditationen integriert sind. Tut einfach nur gut.

Insgesamt stelle ich fest, dass viele Menschen begonnen haben, sich gut um sich selbst, um ihr Selbst zu kümmern, gut für sich selbst zu sorgen. Immer intensiver üben, in ihrer Mitte zu bleiben. Viel, viel mehr als vor der  Krise. Und das Schöne ist: sie sprechen darüber mit einander. Teilen die Erfahrungen mit einander.

Das alles ist sehr belebend und  die innere Entwicklung sehr fördernd.
Aber eben – digital.

Was tatsächlich enorm abgenommen hat in meinem Leben ist die echte Begegnung mit Menschen. Und gerade jetzt brechen von den wenigen Gelegenheiten noch welche weg, weil Menschen lieber sicher gehen und sich darum lieber nicht mit anderen zwei Stunden in einen Raum setzen wollen.

Doch diese Begegnungen von Mensch zu Mensch fehlen. Sie fehlen wirklich.

Für mich selbst habe ich da noch keine gute Lösung gefunden. Bekomme ich doch meist nicht mal einen Besuch 'auf einen Kaffee' in der Nachbarschaft oder mit der Freundin im Nachbarort auf die Reihe.

… eine der Aufgaben für die kommende Zeit….

 

Oh ja, und ich mache es wirklich:

Bei jedem Schluck Wasser, den ich bewusst trinke (es gibt auch Momente, da stürze ich ein paar Schluck Wasser zwischendurch herunter…), denke ich "Ich bin im Frieden. Die Welt ist im Frieden". Oder auch mal "Ich bin in der Liebe. Die Welt ist in der Liebe." Oder "Ich bin Licht. Die Welt ist Licht."

Donnerstag, 2. Dezember 2021

Erinnerungen

Auf dem Rückweg vom Einkaufen in Winschoten begann es in mir zu sinnieren darüber, wie still und zurückgezogen mein Leben sich jetzt abspielt. Eigentlich sehe ich – außer meinem Mann, mit dem ich gerade im Auto saß – kaum andere Menschen. So werden die mit meinen Einkäufen zusammenhän-genden Gespräche mit den Mitarbeiterinnen des Bio-Ladens schon beinahe zum  Highlight der Woche.

Daraufhin versuchte ich mich zu erinnern, wie mein, wie unser Leben bis einschließlich Februar 2020 ausgesehen hat. War es da eigentlich auch schon so einsam, wie es sich heute anfühlt?

Ich erschrak heftig, als ich merkte, dass ich mich gar nicht mehr richtig entsinnen kann, wie es war. Was für ein Lebensgefühl ich damals (es ist nur 21 Monate her! und ich schreibe damals!) hatte. Wie mein, wie unser Alltag damals aussah.
Etwas hilflos fragte ich meinen Mann, ob er mir behilflich sein könne beim Nachdenken. Gemeinsam tragen wir ein paar Dinge zusammen.

Foto aufgenommen in einer Ausstellung im Museum für Kommunikation,
Frankfurt am Main März 2020

Da waren zum Einen die regelmäßigen Fahrten und längeren bis langen Aufenthalte in Frankfurt.
Dort unternahm ich natürlich alles Mögliche, ging Bummeln in der Stadt, Spazieren am Main, Fahrradfahren; besuchte Museen, Konzerte, hörte montags und donnerstags 30 Minuten Orgelmusik in der Katharinenkirche, verabredete mich, traf Menschen, ging Essen. Machte Einkäufe, ergänzte Vorräte zum Mitnehmen in die Niederlande von Dingen, die hier nicht oder nur sehr teuer zu bekommen sind.
Und natürlich waren waren da die Reisen selbst, 7 bis 8 Stunden Bahnfahrt mit zwei bis drei Mal umsteigen. Reisen, die ich immer sehr genoss, obwohl sie anstrengend waren. Es war schön, gemütlich im reservierten Abteil zu sitzen und durchs Land zu sausen.

Wöchentlich traf ich meine Damen von Actief 50+, mit denen ich mich bei "Tänzen aus aller Welt" eine gute Stunde lang tanzend im Kreise drehte. Danach saßen wir noch ein Viertel- bis ein halbes Stündchen zusammen bei Kaffee und Tee.
Zu meinen monatlich stattfindenden spirituellen Gruppen in Groningen fuhr ich selbstverständlich öffentlich; es machte mir nix aus, umzusteigen und insgesamt eine gute Stunde unterwegs zu sein. So what!
Mit unserer Freundin aus dem Nachbarort machte ich ein paar Mal im Jahr mit dem Zug eine Tour zu einer interessante Sonderausstellung eines Museums
irgendwo hier im Land. Mit den speziellen Senioren-Tageskarten, die man zu bestimmten Jahreskarten hinzuerwerben kann, können wir alle zwei Monate einen ganzen Tag lang kreuz und quer bahnfahren, und zwar in der 1. Klasse. Davon machten wir gerne Gebrauch.
Manchmal stieg ich auch einfach so in den Zug, z.B. wenn ich die See sehen wollte. Dann fuhr ich nach Harlingen in Friesland, von wo aus die Fähren nach Terschelling und Vlieland fahren, und wo man – im Gegensatz zu Delfzijl, das ja am Dollart liegt – "richtig" das Wattenmeer sehen, fühlen und riechen kann. Oder ich fuhr nach ebenjenem Delfzijl, um auf dem Dollartdeich Spazieren zu gehen.

Ein paar Mal im Jahr reisten mein Mann und ich in den Westen des Landes, wo seine Tochterfamilie lebt, seine Schwester lebt, einige Freunde von früher leben. Wir übernachteten ein oder zwei Mal und machten Besuche. Geburtstage, Ostern, Weihnachten waren eigentlich selbstverständliche Gelegenheiten hierfür.
Regelmäßig besuchten wir auch Orgelkonzerte in der näheren (fußläufig oder Fahrradabstand) oder weiteren Umgebung.

Die monatlichen Sitzungen des Dorpsraad fanden im Bürgerhaus statt, antelle, wie jetzt, online. Es gab  kürzlich zwei Monate, in denen wieder 'echte' Sitzungen stattfinden durften – allerdings unter 3g-Bedingungen. Das verdarb den Spaß schon.
Die Arbeitsgruppe des Museums tagte monatlich, und wir 'bastelten' begeistert an unserem nächsten Projekt für Gruppen-Besuche von Schulklassen. Die Gruppenbesuche gibt es nicht mehr, es ist auch nicht abzusehen, wann sie je wieder werden stattfinden dürfen, weil beim aktiven Erkunden des Museums in Kleingruppen die 1,5 m nicht eingehalten werden können, und überhaupt. Die Arbeitsgruppe pausiert.

Und so wie diese letzten beiden Dinge, ist auch alles andere mehr oder weniger weggebrochen.
Die niederländische Familie habe ich im Januar 2020 zum letzten Mal gesehen. Mein Mann hat diesen Sommer, im damals sich sicher wähnenden Gefühl des Geimpftseins, nochmal eine zweitätige Reise nach Westen gemacht. Ich blieb hier, mir ist viel Fitness abhanden gekommen durch den C-Wahnsinn.
Meine Reisen mit Bahn und Bus musste ich nach Einführung der Maskenpflicht einstellen. Schon die
20 Minuten Maske-auf bis Groningen halte ich kaum aus – eine bis mehrere Stunden in Zug und Bus wären für mich nicht machbar.
Die spirituellen Gruppen, immer schon im privaten Rahmen, finden nach einer größeren Pause wieder statt – sie haben jeweils so wenige Mitglieder, dass es auch im Rahmen der aktuellen Verschärfungen noch möglich ist. Unterscheidungen nach "geimpft – ungeimpft", wie das wohl in Deutschland der Fall ist, gibt es hier nicht. Allerdings bin ich drauf angewiesen, dass mein Mann mich bringt und holt – die lange Fahrzeit im ÖPNV würde ich maskiert nicht durchstehen.
Der Tanzkreis "Pausiert" wieder. Es gab ein kurzes Wiederaufleben im Frühherbst unter 3g-Bedingungen, bis jetzt im Rahmen der "4. Welle" (oder ist es die 5.? oder 6.? ich hab den Überblick verloren) alles wieder abgesagt wurde.

Undsoweiter. Undsoweiter.
Alles futschikato kaputo.

Und es sieht so aus, als würden wir noch eine Weile so leben müssen. Manchmal ist das furchtbar kahl.

Gegen dies Kahlheitsgefühl können kleine Übungen helfen. Atemübungen mache ich sowieso immer mal zwischendurch um mich wieder zu zentrieren. 

Die folgenden beiden Gedanken-Spiele helfen, innerlich eine freundliche, optimistische Stimmung zu kreieren. Ich habe die Anregung im letzten Friedenszirkelmitgeschrieben – und, muss ich schamrosa gestehen – erst aktuell in meinem Buch wiedergefunden. Aber ab jetzt werde ich sie wirklich immer wieder machen, mir einen erinnernden Zettel auf den Schreibtisch legen:

  • Denke bei jedem Schluck Wasser, den Du trinkst:
    Ich bin im Frieden (in der Liebe; bin Licht)

    Die Welt ist im Frieden (in der Liebe; voller Licht)
  •  Kreiere deine Vision der Welt, in der Du leben willst. Stelle sie Dir so lebendig wie möglich vor.
    Stelle Dir so viel wie möglich das alltägliche Leben vor.

    Du kannst Dir z.b. folgende Fragen stellen, um das innere Bild so richtig lebendig werden zu lassen:

    Wie würde das denn konkret aussehen, ….

    - beim Bäcker; wie stellt er seine Waren her, was stellt er her, wo kommen die Rohstoffe her…  
    - wie ich zu meinen Lebensmitteln komme;
      was esse ich, wo kommt es her, wie kommt es zu mir…

    - wie ich zu Kleidungsstücken komme, zu Materialien für Kleidung

    - wie bewegt man sich fort?

    - wie gehen die Leute mit einander um?

    - was mache ich so den Tag über, was machen andere den Tag über?

    - wie ist die Atmosphäre?

    - mit wem gehe ich um?

    - wie findet Energieausgleich statt? Gibt es ein Tauschmittel?

    Der Phantasie sind hier keinerlei Grenzen gesetzt.

Beide scheinen mir in der Phase des Ganzen, in der wir uns gerade jetzt befinden, besonders wichtig zu sein. Es gilt, dem zunehmenden Chaos aus Druck, Panik, Polarisierung etwas entgegen zu setzen. Auch oder vielleicht gerade auf der gedanklich-emotional-geistigen Ebene.

Viel gelesen