Mitte März bis 10. April 2020 täglich. Ab 11. April 2020 erscheinen die Beiträge jeden zweiten Tag. Ab Montag, 22. Juni 2020 immer Montag und Donnerstag abends. Ab Montag, 13. Dezember 2021 am Montagabend nach 22 Uhr.


Montag, 20. Juli 2020

Von Masken befreit...


…sind Dörfer und Städte. 
In den Niederlanden.
Auf dem Groninger Vismarkt gibt es zusätzliche Straßencafes
Bericht auf jouwstad.eu

Wo ich mich seit nicht ganz einer Woche wieder aufhalte. Mein aufrechter, angstfreier Gang ist zurück.
Kaum beschreibbar, das befreiende Gefühl, wenn das Straßenbild wieder so aussieht, wie es sich gehört! Eine ungeheure Erleichterung macht sich breit. Wie schön ist das, lauter Mitmenschen mit unverhüllten Gesichtern zu begegnen, Menschen, die einander ansehen und auch dem Leben wieder mit aufgerichtetem Haupt ins Gesicht schauen!
Die Angst ist vollkommen weg und wieder ersetzt von der normalen Umsicht, mit der ich mich schon seit Jahren verhalte.

Gestern waren wir spazieren in den hübschen Ortschaften Termunten und Termunterzijl an der Küste der Emsmündung, Dollart genannt. Diese riesige Bucht (nennt man sowas Meerbusen?) zählt schon zum Wattenmeer, ist den Gezeiten unterworfen und nach neuesten Standards eingedeicht.
Gerade das pittoreske Termunterzijl, in dem das Termunterzijldiep in den Dollart mündet, ist ein touristischer Anziehungspunkt. Verschiedene Straßencafés, Restaurants und Café-Terrassen sind so stark bevölkert, wie es unter der 1,5-m-Regel erlaubt ist. Die Menschen sind fröhlich und entspannt, genießen je nachdem Kaffee & Kuchen oder gebackenen Fisch mit Remoulade sowie das durch Windstille außerge-wöhnlich warme, aber normal-sommerliche Wetter.

Kein Wunder, dass hier viele deutsche Klänge zu hören sind. Mir will scheinen, noch mehr als normalerweise schon. 
Gerade bei den Deutschen fühlt man die Erleichterung und Entspannung aus allen Poren strahlen; es ist deutlich zu merken, wie froh sie sind, der maskierten Allgegenwart des Bedrohungsszenarios in ihrem Heimatland für Tage oder Stunden entkommen zu sein. Anders als aus anderen niederländischen Strandgebieten berichtet wird, halten die Allermeisten vernünftigen Abstand zu denjenigen, die nicht zur eigenen Gruppe oder Familie gehören. Nur ein paar Kinder direkt hinter mir in der Warteschlange, die dies vor lauter Vorfreude auf das Eis, das sie gleich am Tresen werden kaufen dürfen, vergessen haben, erinnere ich vorsorglich daran, nicht ganz so dicht zu uns aufzuschließen.

Eine Atmosphäre, um sich rundherum wohl zu fühlen. Sommerliches (Ferien)Leben halt.
Angst und Panik hat man hinter sich gelassen, ohne das Bewusstsein der Notwendigkeit vernünftigen Verhaltens aufgegeben zu haben.

Ich wünsche mir so sehr, dass alle Landsleute, die gestern, heute, dieser Tage das Aufatmen und die Freiheit des Gesichts in diesem Land genießen, viel davon mit zurück nehmen in ihre Heimat. Dass sie den aufrechten Gang und die Lebenslust behalten. Dass sie vor allem ab jetzt frei bleiben von Angst und Panik und aus dieser Befreiung heraus sich zwar verantwortungsvoll verhalten, aber alles Niederdrückende ignorieren, an sich ablaufen lassen. Vielleicht entsteht so eine Welle zivilen Ungehorsams und fällt so endlich die unsinnige Verhüllungspflicht.

Zur Erinnerung: das Virus ist 0,16 Mikrometer klein. Die Öffnungen in den Alltagsmasken sind 0,3 Mikrometer. Das Virus schlüpft da hindurch wie durch ein offenes Fenster. (zusammengefasst aus: Sucharit Bhagdi/Karina Reiss, "Corona Fehlalarm", Goldegg Verlag 2020).

Donnerstag, 16. Juli 2020

Dauermaskenball




Ausschnitt aus:
Pietro Longhi, Der Ridotto in Venedig (1750)
Nach vier Wochen Frankfurt muss ich sagen: 
ich bin den makaberen Dauermaskenball *) mehr als leid.

Und un-glaub-lich froh, zurück in den Niederlanden zu sein. 
Hier darf ich überall mit freiem Gesicht herumlaufen, ins Restaurant, Café, Einkaufengehen. Es ist SO unglaublich befreiend. Schon beim Auspacken all der wiederverschließbaren Plastiktüten mit den Masken der Gedanke: So! die brauche ich vorläufig nicht mehr! Ein völlig anderes Lebensgefühl. Ein insgesamt entspannteres Verhalten der Menschen untereinander ist die Folge. Man sieht Masken so gut wie überhaupt nicht, sicher hier bei uns im Dorf.



Allenfalls, wenn man zufällig am Bahnhof vorbeigeht, nachdem gerade ein Zug angekommen ist. Direkt gegenüber hat die Gemeinde übrigens extra einen neuen Papierkorb angebracht, für die Einwegmasken.
Manche beschweren sich, dass nicht genug Abstand gehalten wird und die Menschen aufeinander hängen als wäre nie etwas gewesen. Hier bei uns im Dorf kann ich das nicht bestätigen, obwohl auch da eine gewisse Normalisierung nicht zu leugnen ist. Aber wir liegen ja weder im Ballungsgebiet im Westen, das von Rotterdam bis oberhalb Amsterdam reicht und "Randstad" genannt wird (also als eine "Stadt" betrachtet wird, die am westlichen Rand der Niederlande sich zusammenballt) noch im Bereich der tatsächlich an den Wochenenden überlaufenen Strände von Süd- und Nordholland.
Trotzdem behält bislang die Regierung Rutte die Ruhe, und ich hoffe schwer, dass das so bleibt und Rutte gegenüber Merkel und Co. standhaft bleibt, was die Maskenpflicht betrifft.

Leider ist er bezüglich der öffentlichen Verkehrsmittel schon im Juni eingeknickt. Da muss man jetzt auch mit Gesichtsverhüllung sitzen, wobei das Burka-Verbot weiter in Kraft bleibt. Absurditäten…
Jedenfalls muss diese Maskenpflicht ein Ausrutscher bleiben und schnellstmöglich zurückgenommen werden, hoffe ich!

Im Ärzteblatt vom30. September 2019 habe ich – als ich nach etwas anderem suchte – eine Interpretation zur Influenza-Epedemie (damals noch nur "Grippewelle" genannt) 2017/18 gefunden, mit Hinweis auf die kommende Grippesaison.
Natürlich empfiehlt das RKI als allerbeste Vorbeugung die Impfung. 
Ein wunderbares Gemälde zum Thema
hat Evgeny Titov 2017 geschaffen:
"Masken und Gesichter"
Wobei wir inzwischen wissen, dass in den beiden letzten Jahren Menschen, die geimpft waren, besonders diejenigen aus Risikogruppen, eine größere Wahrscheinlichkeit hatten, an Influenza zu erkranken, als Ungeimpfte.
Als weitere Schutzmaßnahmen wird gutes Händewaschen mit Seife und Abstand zu Erkrankten empfohlen, aber nicht sehr propagiert. 
Kein Gedanke an Gesichtsverhüllung, schon gar nicht für jede/n.
Und auch keine Definition von 1,5 m als "sicheren" Abstand.
Es wurde fröhlich Chorgesungen, in Konzerte, ins Theater, in Museen, ins Kino gegangen, U-Bahn, Straßenbahn, Bus und ICE gefahren, usw. Und vielleicht weil die Geimpften sich geschützt fühlten (bei  nur 15% tatsächlichem Schutz), hat es Viele dann erwischt…

Natürlich steht im Text auch keinerlei Hinweis auf einen der aller-aller-wichtigsten Faktoren: die Stärkung des Immunsystems.
Ein gesundes Immunsystem kann vieles, das die Gesundheit bedroht, im Keim ersticken.
Und erst recht steht im Text kein einziger Hinweis darauf, wie jede und jeder das eigene Immunsystem nachhaltig stärken und unterstützen kann. 

Dies gilt bedauerlicherweise ebenso für die gesamte Situation der letzten Monate:
In der offiziellen Debatte führt die Stärkung des Immunsystems nicht einmal ein Schattendasein. Sie kommt einfach nicht vor.

Nur auf Websites von engagierten Ärzt/inn/en; Menschen aus vielfältigen medizinischen Berufen, die sich mit natürlichen Heilverfahren im weitesten Sinn befassen; in Diskussions-Foren; im Kreis der anthroposophischen Medizin und auf Medien, die weder den öffentlich-rechtlichen Sendern, noch Privatsendern noch "Qualitätsmedien" zugeordnet werden können, werden die Rolle des Immunsystem und Methoden seiner Stärkung ausreichend gewürdigt. 

Auch hier muss der mündige Mensch also wieder seinen eigenen Weg suchen. 
Und sich vor allem nicht von den am einfachsten zugänglichen und von offizieller Seite am höchsten gewürdigten Medien aller Couleur einlullen lassen!

*) Mit herzlichem Dank an den/die Kommentator/in Sonnenstein, der/die diesen Begriff in ihrem Kommentar zum vorletzten Blogeintrag benutzte

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