Mitte März bis 10. April 2020 täglich. Ab 11. April 2020 erscheinen die Beiträge jeden zweiten Tag. Ab Montag, 22. Juni 2020 immer Montag und Donnerstag abends. Ab Montag, 13. Dezember 2021 am Montagabend nach 22 Uhr.


Montag, 15. November 2021

Kraft

In diesen Zeiten brauchen wir Kraft, Kraft und nochmal Kraft. Darum ist es das Wichtigste überhaupt, zu schauen, wo und wie ich Kraft schöpfen kann.

Sonja Ariel von Staden hat mich in ihrem Klartext-Video von vor ein paar Tagen mit der Nase darauf gestoßen: suche nach Deinen Quellen der Kraft!

Manche Menschen haben aufgrund ihres So-Seins eine Art intuitiven Dauerzugang dazu. Ich kenne einige wenige dieser Glücklichen. Wir anderen, die tatsächlich aus dem einen oder anderen Grund immer wieder mal am Rande dessen balancieren, was heute so treffend 'Burn-Out' genannt wird, müssen aktiv nach unseren Kraftquellen suchen.

Für mich persönlich scheint das allerwichtigste mein innerer Fokus zu sein.
Aussteigen aus dem Informationskarussell, das in immer schnelleren und schnelleren Drehungen uns völlig aus dem Gleichgewicht bringen will. Und dann vor allen Dingen in kein anderes, einladend aussehendes Informationskarussell mich verleiten lassen einzusteigen.

Sonja Ariel benennt die Klassiker der Kraftquellen:
Selbstentwicklung.
Gute Ernährung.
Bewegung. Man bekommt Energie durch Bewegung!
Gemeinschaft. Menschen brauchen Gemeinschaft.
Für inneres Gleichgewicht sorgen.
Dinge tun, die glücklich machen.
Sich umarmen lassen und selbst umarmen.
Mit anderen auf liebevolle und respektvolle Weise austauschen.

Für mich persönlich liegt von all dem an erster Stelle das, was auch mit dem altmodisch klingenden Begriff "Gedankenhygiene" bezeichnet werden kann: Mir klar über das werden, was sich im Lauf eines Tages so alles in meinem Kopf denkt.

Vieles davon, allzuvieles, gehört zur großen Familie der 'was-wäre-wenn'-Gedanken. Auf Basis vergangener Erfahrungen oder auch aufgeschnappter Nachrichten- oder sonstiger Medien-Inhalte projiziert der Verstand in die Zukunft, stellt sich alles mögliche vor, malt es sich – bin ich doch mit blühender Phantasie gesegnet – in den buntesten, gerne auch den düstersten Farben aus. Wunderbar geeignet, sich anzuschließen an die jene Angst- und Panikszenarios, die uns von überall her entgegengeschleudert werden. Und die uns nichts helfen. Aber viel zerstören. Sehr viel.

Jedes Mal, wenn Angstgefühle geweckt werden, schießt der Körper sofort in den Notfallmodus. Adrenalin und Cortisol werden ausgeschüttet, der Körper kommt in Hochspannung, alles wird vorbereitet, um in Blitzesschnelle mit Angriff oder Flucht reagieren zu können. Oder Erstarrung, im Zweifelsfall. Andere, normalerweise aktive Körperfunktionen werden heruntergefahren. So zum Beispiel die Verdauung, das Immunsystem oder auch sexuelles Verlangen. Sehr sinnvolle Reaktionen, wenn es um eine akute Gefahr geht, der mit akutem Handeln begegnet werden muss. Nicht aber, wenn es sich um eine Dauerschleife handelt, in der immer wieder neu Angstgefühle erzeugt werden. Eine Dauerschleife, bei der angebotene Auswege sich als Schein-Auswege erweisen und bei der der Mensch sich ausgeliefert und machtlos erfährt.

Die körperlichen Reaktionen sind dieselben. Da sie aber parallel zur Dauerschleife mehr oder weniger permanent anwesend sind oder in regelmäßigen Abständen mindestens zeitweise aktiviert werden ("Oh je, die heutigen Zahlen!!! Hast Du schon gesehen??? Au weia!"), ohne dass eine tatsächlich die Bedrohung aufhebende Handlung vollzogen werden kann, schaden sie den Einzelnen enorm. Die Angst-Hormon-Reaktion wird chronisch.

Diese Reaktion läuft übrigens unwillkürlich, über das autonome Nervensystem ab. Selbst bei Menschen, die übers sich selbst sagen: "Iwo! ich hab doch keine Angst". Zum Beispiel jedes Mal, wenn jemand sich über "die Zahlen" erschreckt, sich Sorgen macht angesichts der Entwicklung -: …schon passiert.

Es lässt sich unschwer vorstellen, welche Folgen ein solcher permanenter Beschuss mit
Warnmeldungen für die Gesundheit hat.

Aus purem Selbstschutz gilt es also, das Gedanken-Geschwätz im Kopf bewusst zu betrachten. "Du musst nicht alles glauben, was du denkst" – diesen Satz habe ich von Günther Kerschbaummayr im Rahmen der Rauhnächte 2020/21 zum ersten Mal gehört.
Genau so ist das.

Mir klar werden, was es in mir denkt.
Die Sache immer mehr selbst in die Hand nehmen: ich denke!
Herrin im eigenen Gedankenhaus werden.

Und immer wieder Zeiten einschalten, in denen der Verstand keine Zeit hat, auf seine üblich-autonome Weise allerlei krauses Zeug zu produzieren. Wenn ich bei meinem Tun ganz und gar anwesend bin, erstmals schrieb ich darüber am 19. März 2020 zum Beispiel.
Oder wenn ich meditiere.
Mich ganz bewusst auf etwas Positives fokussiere. Und zwar so oft und so viel wie möglich.
Mich innerlich mit der allumfassenden Liebe verbinde.

Da sind wir dann wieder bei den Kraftquellen.

Selbstentwicklung. Gute Ernährung. Bewegung, an der ich Freude, Spaß habe. Gemeinschaft, notfalls virtuell. Dinge tun, die glücklich machen, wie zum Beispiel Brieffreundinnenbriefe schreiben oder mir eine Rhythmische Massage gönnen, Musik hören oder gar selbst musizieren. Sich umarmen lassen und selbst umarmen. Mit anderen auf liebevolle und respektvolle Weise austauschen.

Yessss!

 

Clipart von https://de.cleanpng.com


Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen

Viel gelesen