Mitte März bis 10. April 2020 täglich. Ab 11. April 2020 erscheinen die Beiträge jeden zweiten Tag. Ab Montag, 22. Juni 2020 immer Montag und Donnerstag abends. Ab Montag, 13. Dezember 2021 am Montagabend nach 22 Uhr.


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Montag, 3. Januar 2022

Alles neu?

Der erste Morgen des neuen Jahres. Was für eine wunderbare Stille. Es ist draußen wirklich ganz still. Keine menschlichen Geräusche. Keine Motor- und Reifengeräusche von der nahen Autobahn. Die grässlichen Gebläse in den hinterm Bahnhof liegenden, in den letzten Jahren verfünffachten Getreidesilos des Korn- und Düngemittelhändlers schweigen. Keine Menschenseele ist draußen zu sehen oder zu hören.
Die Hühner im Garten der Gegenüber-Nachbarn gackern. Irgendwo fliegt ein Vögelchen auf und zwitschert dabei. Drei, vier Gänse fliegen, laut rufend, über das Haus hinweg. Ansonsten: Stille.
Aufatmen.
Eine tiefe Liebe zum Leben, wie es eigentlich gemeint ist, füllt mich aus. Ein tiefes, stilles Glück.
Welch ein erfüllender Start ins neue Jahr! Lang her, dass ich mich so gefühlt habe.

Später dann fällt mir das Museums-Magazin für Frankfurt, Ausgabe Januar 2022, in die Hände.

Werbung für die Ausstellung im Frankfurter Kunstverein - facebook

Ich blättere es durch, lese hier, schaue dort. Ein voller Terminkalender in Museen und Galerien der Stadt, des gesamten Rhein-Main-Gebietes und darum herum. Die Artikel haben Faszinationskraft. Machen Appetit auf die Ausstellungen. Eine zieht mich besonders an, im Frankfurter Kunstverein: "Die Intelligenz der Pflanzen". Läuft bis zunächst 30. Januar, verlängert bis 20. Februar. Trotz Verlängerung keine Chance, sie zu sehen.

Aktuelle Einreisebestimmungen: sich vorher digital anmelden; die Niederlande gelten momentan als "Hochrisikogebiet", d.h. nach Ankunft am Zielort Zwangsquarantäne und Test-Orgien. Entsprechende Beweise von irgendeinem "g" – und damit ist leider nicht glücklich, geliebt, gelassen gemeint, die führte ich mit viel Vergnügen mit mir – sind bei Einreise mit öffentlichen Verkehrsmitteln bereits vor Antritt der Reise vorzulegen bzw. im Zug mitzuführen und bei der Grenzkontrolle vorzulegen.  Herzlichen Dank.

Erinnert sich noch jemand?
Freizügigkeit innerhalb der Europäischen Union. Man konnte - es ist gefühlt Ewigkeiten her - jederzeit kreuz und quer hin und her reisen, ohne kontrolliert zu werden.
Und ohne mehr Voraussetzungen zu erfüllen als: EU-Bürger zu sein.
Jetzt steht auf allen Informationsseiten des Bundes über die aktuellen Regelungen: Kontrollen durch die Grenzbehörden können jederzeit stattfinden. Und wehe, Du hast dann keinen Nachweis über eines der "g" bei Dir!

Mit leicht bitterem Geschmack im Mund blättere ich weiter.
Das Magazin sieht aus wie immer. Es könnte auch vom Januar 2018 sein, qua Ausstrahlung und Anziehungskraft. Wenn man darin blättert und sich berühren lässt, entsteht ganz von selbst ein Gefühl von: da könnte ich hingehen, und dahin auch. Ach ja, und auch jenes finde ich sehr interessant…. und so formt sich ein ganzes Museumsbesuchsprogramm für einen nächsten Besuch in der Heimatstadt.
Doch dann bleibt mir die spontan entstandene, Vorfreude im Halse stecken. Sie ist leider vollkommen unrealistisch.
Die Macher des Magazins gehen mit keinem Wort auf die besondere Situation ein. Nirgendwo steht, was doch eigentlich in einem dick eingerahmten Textfeld mit fettgedruckten roten Buchstaben mitgeteilt werden müsste – so außergewöhnlich und bis Ende 2020 unvorstellbar gewesen ist es:
dass nämlich der Zugang nur Menschen mit dem offiziell anerkannten Status "genesen" oder "vollständig geimpft", im Zweifelsfall noch plus negativem Test, erlaubt ist. 

Allein schon die pure Anwesenheit dieser Regel verdürbe mir jeden Besuch im Museum (oder sonstwo), völlig unabhängig davon, welches der offiziellen "g" mir zuerkannt ist. Ich kann nicht mit gutem Gefühl ein Museum besuchen, mich an 'Kultur' erfreuen, wenn von vorneherein schon mal 25% (ungefähr) meiner Mitmenschen vom Museumsbesuch ausgeschlossen sind. Wirkliche, echte, tief empfundene und gelebte Kultur, genauso übrigens wie gelebte Religiosität, hat für mich ganz, ganz viel mit (Mit-)Menschlichkeit zu tun, Humanitas im weitesten Sinn. Und so kann ein Museumsbesuch unter diesen aktuellen 'Umständen einer Un-Kultur' für mich niemals ein warmherziges, liebevolles Kultur-Erleben sein. Wie könnte ich etwas genießen, wenn ich gleichzeitig weiß, dass Mit-Menschen, die genau so kulturinteressiert, genauso gebildet, genauso tief empfindend sind wie ich, per se von diesem Erleben ausgeschlossen sind?

Und damit komme ich zu meinem Vorsatz vom vergangen Jahresanfang. Den Text, den ich da in den Mittelpunkt gestellt hatte,  habe ich mir im Lauf des Jahres viel zu selten erneut vor Augen geholt.

"Ich werde kein ungelebtes Leben sterben."

Mein 2021 hatte viel zu viel ungelebtes Leben. Menschen, die ich nicht gesehen habe. Dinge, die ich nicht getan habe. Aktivitäten, die ich unterlassen habe. Alles wegen der allesüberschattenden Bedrohung durch (die Maßnahmen gegen) 👑 die Bekrönung, die schwer auf unser aller Köpfe drückt.

Das wird dies Jahr anders.

Und darum schreibe ich mir den Text von Dawna Markowa, den ich Anfang Januar 2021 zitierte,  noch einmal über das neue Jahr, diesmal mit tieferer Bewusstheit, und mit kleinen, für mich passenderen Umformulierungen:

Ich werde kein ungelebtes Leben sterben.
Ich werde furchtlos leben vorm Fallen oder Feuer fangen.
Ich wähle, meine Tage zu bewohnen,
und erlaube meiner Lebensweise, mich zu öffnen,
um mich beherzter sein zu lassen,
zugänglicher,
um mein Herz zu lösen,
bis es ein Flügel wird,
eine Fackel, ein Versprechen.
Ich wähle, meine Wichtigkeit zu riskieren;
so zu leben, dass das, was zu mir als Same kommt,
als Blüte zum Nächsten geht,
und das, was zu mir als Blüte kommt,
weiter geht, als eine Frucht.

Donnerstag, 22. April 2021

Traumgesichte

Vor ein paar Tagen am Morgen. Ich schlage meine Augen auf und blicke durchs Schlafzimmerfernster in einen wolkenlosen, blauen Himmel. Im Tiergehege "Hertenkamp" krähen die Hähne: eine eher piepsig hohe Stimme und ein eher ganz typisches Kükerüküü. Ansonsten ist es still. Wunderbar still. Kein Wind. Keine Autos. Das Gebläse der Saatguttrockenhalteanlage in den Silos hinter der Bahnlinie schweigt. Ein herrlicher Tag nach einer wunderbar erholsamen Nacht!


 

 

 

Wunderbares Reisewetter auch.
Wie wäre es - nachher buche ich meine Fahrkarte, und übermorgen fahre ich nach Frankfurt!

 

 

Blick aus einem Fenster im Historischen Museum aufs Haus Wertheim

Meine kleine Wohnung genießen.
Die Stadt genießen.
Ins Historische Museum. Dem Städel einen Besuch abstatten. Beim zauberhaften Weltkulturenmuseum vorbeischauen.
Vielleicht gibt es demnächst ein Konzert der hr-Bigband im Großen Sendesaal, den ich von zuhause aus fußläufig erreichen kann. Oder eines der Telemann-Gesellschaft im Festsaal der "Loge zur Einigkeit".
Mich mit meiner Schwester, meiner Nichte, deren Vater beim Kleinen Italiener treffen und genießen. In der Alten Mühle schlemmen.

 

 

Über die Zeil bummeln, den Kaufhof nach Schnäppchen durchstromern, im Karstadt in der Handarbeitsabteilung nach Wolle stöbern. In der menschengefüllten Fußgängerzone flanieren, irgendwo ein Eis auf die Hand genießen oder ein Fischbrötchen bei der Nordsee – je nach Appetit in jenem Moment.
Durch die 'neue Altstadt' schlendern.
Zu Abend essen im griechischen Gartenrestaurant beim Turnvater-Jahn-Sportgelände…
Oh ja, herrlich!!!

Es gibt Tage, da scheint das alles für einen Moment greifbar und normal.

Bis ich richtig wach bin.

Nix von alledem wird Wahrheit werden.

Zwischen der Reise in meine geliebte Heimatstadt und mir stehen 7 bis 8 Stunden mit Maske im Gesicht. Und 14 Tage Zwangsquarantäne, weil ich aus einer roten Zone komme. Und ein paar PCR-Tests. Und was weiß ich noch alles, was mit dem neuen, angeblich "Infektionsschutz"-Gesetz an Verhinderungen und Beschränkungen noch dazugekommen ist.
Museen hätte ich, als ich obigen Traum träumte, noch mit negativem Test besuchen dürfen. Jetzt, mit der "Bundes-Notbremse" sind sie wohl wieder geschlossen.
Konzerte finden nicht statt.
Der Kleine Italiener, die Alte Mühle, der Grieche beim Sportplatz sind geschlossen. Allenfalls Abholgerichte könnte ich wahrscheinlich erwerben.
Gemütlich zusammensitzen mit der Familie – von der jeder woanders wohnt – Fehlanzeige.
Offiziell nicht erlaubt. Und wahrscheinlich wollen sich alle erst testen, ehe sie einander treffen.

Karstadt: geschlossen für immer.
Kaufhof: geschlossen für immer.
Die Zeil, die Neue Altstadt: nur mit Maske vorm Gesicht darf man da herumlaufen.
Eine Reise nach Frankfurt zum gegenwärtigen Zeitpunkt ist alles andere als attraktiv.

Es gibt kein Normal mehr.

Und so bekräftige ich, nun endgültig wach geworden, erneut meine seit Mitte Juli 2020 ständig neu zu bekräftigende Entscheidung ein weiteres Mal:
Bleibe (in einem Deiner) Zuhause und nähre Dich redlich.

Sicher momentan habe ich hier sowieso das bessere Teil erwählt.

In meinem Dorf im Norden der Niederlande ist (jedenfalls vom Gefühl her) weitgehend wirklich alles normal. Kinder spielen zusammen draußen, rennen, springen, schreien, fischen in den Teichen im Park, kicken, radeln in Grüppchen – frei, ungezwungen, wie sich das für Kinder gehört. Masken sieht man nur beim Einkaufen und in den Gesichtern junger Leute, die vom Bahnhof kommen und sie - weiß der Himmel aus welchem Grund - aufbehalten haben.

Leute gehen mit dem Hund spazieren, ansonsten ist es hier im Dorf sowieso meistens ruhig. Diejenigen Nachbarn, die im erwerbstätigen Alter sind, gehen Arbeiten wie immer. Homeoffice findet wohl so gut wie nicht statt. Mit dem Pärkchen hinterm Haus habe ich gezähmte Natur in direkter Reichweite, in 15 Minuten Fußweg bin ich in der weiten Landschaft des Nordens mit vereinzelten Höfen, Schafen auf der Weide oder Ackerflächen vom Hopfenanbau bis zur Kartoffel.

Szene aus diesem Video von Meinardi auf facebook

Sollte es irgendwann wieder wärmer werden, kann ich auch wieder aufs Rad steigen. Der Erdbeer- und Spargelbauer im nächsten Dorf hat die ersten Erdbeeren aus seinen Gewächshäusern wieder im Verkauf – leckere Ergänzung fürs morgendliche Müsli.

Mit anderen Worten: wenn ich nicht gerade das Gefühl habe, dass mir die Decke auf den Kopf fällt, lässt es sich hier einigermaßen aushalten. Und lässt sich der Irrsinn da draußen über weiteste Strecken des Tages vergessen.

Auch ein Weg, der Angst- und Panikspirale zu entkommen.

Donnerstag, 4. Februar 2021

Pandamie

 

 

 

 

 

Gestern Abend saß Teddy mit höchst unzufriedener Miene auf seinem Podest auf der Fensterbank im Arbeitszimmer.  Von dort aus hatte er letztes Frühjahr den vorbeigehenden Kindern zugewinkt, die auf der Suche nach Teddys hinter den Fenstern waren. Aber heute schaute er missmutig ins Zimmer, hin zu mir, die ich am Schreibtisch saß. Irgendwie war alles gerade langweilig, nichts los, keine Besucher, keine Abwechslung.

 

 

 

 

Um das Abendessen zu kochen, musste ich runter in die Küche und ihn also allein lassen.
Als ich zurückkam, um ihn zum Essen zu holen, mühte er sich gerade damit ab, meinen Laptop zu öffnen.


 

 

Mucksmäuschenstill blieb ich stehen und schaute gespannt zu, wie das nun weitergehen würde.
Kurz darauf saß mein lieber Teddy vor dem geöffneten Computer und bemühte sich um den Login. Etwas schwierig mit der externen Tastatur...


 

Aber er wusste Rat. Kurzerhand die Tastatur beiseitegeschoben, und bär konnte auf dem freien Stück vor den Tasten Platz nehmen und sich nun bequem einloggen. Ähm.... wie wohl das Passwort war?
Als schlaues Bärchen hatte er mir bei anderer Gelegenheit auf die Finger geschaut und es behalten. Tja, wenn frau sich unbeobachtet wähnt, tippt frau auch mal langsamer...

 

Schon war er angemeldet und gleich darauf im Internet.
Aha, er suchte nach Teddys. Nein. Nach Pandas.

 

Und dann fiel mir auch ein, warum. Er hatte vor ein paar Tagen eine mail von einem treuen Leser seiner Abenteuer bekommen, in der dieser von der kürzlich ausgebrochenen "Pandamie" erzählte.
In einem kleinen Dorf hatten Leute massenhaft Pandas und Pandabilder in die Fenster gestellt und auch sonst alles mögliche mit Pandas sich ausgedacht.

 

 

Hier in diesem Haus fing alles an.

 

Der neue Eigentümer - er will es demnächst schonend modernisieren - fand in einem der Fenster einen Teddy, der dort seit 25 Jahren gesessen hatte. Damit dieser nicht so einsam sei, hatte er ihm in jedem Fenster einen Panda beigesellt.


 

 

 

Das musste sich mein Teddy doch mal ganz genau ansehen.
Natürlich sind Pandas keine Teddys.... doch immerhin ein bisschen artverwandt, fand er. 


 

 

Wobei, manche von ihnen sehen nicht so wirklich gesund aus... 




Die spannendste Frage aber hing zusammen mit dem Foto, das er mit der mail erhalten hatte. Es stammt aus einem Zeitungsartikel, und was es damit auf sich hatte, dahinter wollte er jetzt kommen. Denn selbst in niederländischen Zeitungen war über die Pandas an gedeckten Tischen berichtet worden.
Ehrlich gesagt wäre es ihm lieber gewesen, da hätten lauter Teddys gesessen, richtige, echte Teddys und nicht solche schwarz-weißen Gesellen.
"Bär kann halt nicht alles haben" seufzte er etwas enttäuscht.

So, da war eine Website,  die die Geschichte zum Bild erzählte. Sogar ein kleiner Film war darüber gemacht worden.

Das Restaurant mit den Pandas schien in Frankfurt zu sein, denn vorne am ersten Tisch saßen lauter Pandabären mit Eintracht-Shirts. Fußballfans aus seiner Himatstadt...
Zwei kleine Heimwehtränchen stahlen sich aus Teddys Augen und liefen ihm langsam übers Gesichtsfell.

Ach, Frankfurt!

Der Eigentümer des Restaurants "Pino" hatte die Pandagesellschaft eingeladen als Zeichen des Protestes gegen den Lockdown und die Tatsache, dass

er schon so lange sein Restaurant für Menschen nicht öffnen durfte. 

Klar, dass am Eintracht-Stammtisch aus lauter Trotz Corona-Bier getrunken wurde!

Das Restaurant "Pino", in dem diese Pandas alle saßen, kannte Teddy bislang noch nicht. Das würde er ändern, wenn er endlich wieder nach Frankfurt reisen durfte. Und natürlich würde er darauf bestehen, dass dann richtige Teddys vom Padrone eingeladen würden. Er selbst ganz vornedran, versteht sich!


Montag, 14. Dezember 2020

Weihnachtsstress

Hier hätte es Tips gegen den Stress gegeben

Es ist nicht zu glauben. Wir leben im Lockdown, seit Wochen "light" und ab heute "schwer", und ich lebe im Weihnachtsstress! Dabei habe ich nicht einmal Plätzchen gebacken, oder gar Stollen. Nichts dergleichen.

Aber: Vieles, das ich ansonsten im persönlichen Kontakt in Deutschland im Rahmen gegenseitiger Besuche oder von Verabredungen im Café getan habe, muss dies Jahr – per Post geschehen.

Weihnachtsmarkt in Frankfurt am Main
Anstatt über den Weihnachtsmarkt zu bummeln, über die Leipziger oder die Berger Straße in den Frankfurter Stadtteilen Bockenheim und Bornheim, anstatt in den diversen Museumsshops zu stöbern oder den Adventsbasar in der Vorortkirchengemeinde zu besuchen und mich dort überall inspirieren zu lassen für Kleinigkeiten, geeignet als Mitbringsel oder Geschenkchen, muss dies Jahr alles erst bestellt (oft aus Deutschland) oder aus dem eigenen Vorrat genommen und dann wieder versendet (meistens nach Deutschland) werden. Letzten Endes ist mir dabei die Inspiration auf der Strecke geblieben. Das Lebendige fehlt. Das Schauen, Hören, Riechen, Fühlen.

So wird auch in dieser Hinsicht dies Jahr alles anders als sonst.

Ich war nie eine begeisterte Schreiberin großer Anzahlen an Weihnachtskarten. 2020 ist das notgedrungen anders. Menschen, die ich sonst besuchsweise gesehen hätte, erhalten statt dessen ein geschriebenes Lebenszeichen und gute Wünsche. Zusätzlich habe ich bemerkt, dass die lange Phase des Festsitzens in diesem Groninger Dorf dazu führt, dass ich auch einzelne Menschen mit Post bedenken möchte, mit denen ich kaum noch Kontakt hatte.

Ersatzhandlung, nehme ich an. Keine echten Kontakte. Dann eben mehr schreiben.
Dies hat aber auch seine schönen Seiten. So ergibt sich eine Chance, dass Kontakte doch am Leben bleiben, die schon in Tiefschlaf versunken waren.

Da, wo mich die Inspiration nicht im Stich gelassen hat, werden Päckchen auf den Weg gehen. Oder sind schon auf den Weg gegangen. (Wie es ihnen unterwegs ergeht, ist eine neue Geschichte.)

 
Aber. All die Karten wollen geschrieben werden. Und selbst lediglich vereinzelte Päckchen wollen gepackt werden. Und so schreibe ich Karten und packe Päckchen was das Zeug hält.

Letztere stellen mich mitunter vor unerwartete Probleme.

Jahrelang haben sich Rollen von Geschenkpapier und wattierte Umschläge in allerlei Größen hier gestapelt. Versandmaterial haben wir dummerweise dann aber Ende letzten Jahres ausgemistet. Ballast abwerfen. Befreit ja angeblich. Der Gedanke dahinter war auch: wir versenden ja doch kaum etwas. Stimmte ja auch für die ersten sieben Jahre, die wir hier wohnen und die vier Jahre davor in Brabant.

Doch 2020 ist alles anders. Und ich wäre wirklich froh, wenn ich den "Ballast" von damals, Winter 2019, nun noch hätte. Denn jetzt wird es gelegentlich eng. Eins der Geschenke, das auf den Weg nach Deutschland musste, hatte ein so unmögliches Format, dass der größte wattierte Umschlag unseres traurigen Restes an Verpackungen innen exakt 5mm zu schmal war. Hier war Improvisationskunst gefragt. Sollte in einem Musikerhaushalt ja aus dem Ärmel geschüttelt vorhanden sein, oder? Jedenfalls, im Dorf kann ich nirgends eine Versandtasche von 43x35 cm Innenmaß kaufen, und ich weiß auch in der gesamten Umgebung keinen Laden, wo ich sowas finden könnte. Wahrscheinlich in der Stadt Groningen im Fachhandel. Und einzeln bestellen geht natürlich auch nicht. Mindestanzahl 25 Stück.

Vielleicht auch hätte ich diesen Regeln folgen sollen?

Also fürs nächste Mal: Augen auf bei Impulsbestellungen von Geschenken: denke an Abmessungen, Gewicht, Transportempfindlichkeit, Zerbrechlichkeit!

Und das Geschenkpapier? Die Vorräte sind beinahe aufgebraucht; das Jahr über gab's ja auch Geburtstage. Normalerweise fülle ich meinen Vorrat an Geschenkver-packung beim Stromern durch diverse Läden, meistens in Frankfurt, auf. Stromern durch Läden entfällt. Frankfurt auch. Die Auswahl im coop hier ist ziemlich begrenzt und nicht so ganz nach meinem Geschmack. Übrigens Frankfurt - im Schrank dortselbst….. Ihr ratet es schon. Genau: Geschenkpapiervorräte! Gerade Weihnachtsaufmerksamkeiten habe ich nämlich meistens dort nicht nur gekauft, sondern auch eingepackt.

Jedenfalls – wegen all dem: Weihnachtsstress mitten in der 'Stille' des Lockdowns.

Dies Jahr sponsere ich nicht die Deutsche Bahn mit Frankfurt-Reisen bzw. Zuidbroek-Reisen. Dies Jahr verdient Post-NL sich an meinem Porto eine goldene Nase.

Hoffentlich gehören auch hier, wie in Deutschland, Fahrradläden und Postagenturen zu den lebensnotwendigen Geschäften. Hier im Dorf ist dies nämlich Two-in-one. Sonst würden aus den noch aufzugebenden Weihnachtssendungen – "Neujahrssendungen". Wenn nach dem 19.1. alles wieder geöffnet wird.
Wenn.

Dienstag, 7. Juli 2020

Umsonst und draußen


Mit einer herzlichen Bitte um Entschuldigung für das verspätete Erscheinen des heutigen Blogs.

Seit Mitte Juni, seit ich in Frankfurt verbleibe, bin ich beinahe jeden Tag ausführlich unterwegs.
Mit dem Rad. Oder zu Fuß. 

Solange die Maskenpflicht besteht, benutze ich möglichst keine öffentlichen Verkehrsmittel, und so lege ich alle Wege auf diese Weise zurück. Da ich wegen der Maskenpflicht auch keine Museen und Konzerte besuche, bleibt das "Draußensein" - abgesehen von gelegentlichen Treffen mit Leuten - als einzige Abwechslung, einzige Art und Weise, neue Eindrücke zu erleben.

Da bin ich offenbar nicht die einzige.
Ich kann mich nicht erinnern, jemals erlebt zu haben, dass sich so viele Menschen 'draußen' aufhalten.

Noch nie habe ich in Frankfurt so viele Menschen auf Rädern gesehen. Die Anzahl derjenigen, die radelnd Entfernungen überbrückt, Einkaufen fährt oder zu/von der Arbeit, grenzt an niederländische Verhältnisse. Nicht mehr nur Freizeit-Radler plus ein paar Ökos plus die unvermeidlichen jung-dynamischen Großstadt-Businessmen im Anzug auf dem Sportrad. Nein, man und frau ist offenbar massenhaft aufs Rad umgestiegen. Allerdings haben diese Massen weder die niederländische Professionalität noch die niederländische Gelassenheit auf dem Rad. 

Dass viele von den Radlern, die mir begegnen, relative Neulinge auf diesem Verkehrsmittel sin, ist darum auch oft genug zu merken.
Oder zu sehen. Die Firma Ortlieb muss in den letzten Monaten Rekordumsätze gebucht haben, gemessen an der Anzahl niegelnagelneuer Ortlieb-Packtaschen, die ich an den oft ebenso niegelnagelneuen Rädern hängen sehe. Auch das im  Unterschied zu den Erfahrungen, die ich in den Niederlanden mache. Dort ist die Mehrzahl der Packtaschen an den Rädern schlicht und alltagstauglich, zu schließen mit einer einfachen Klappe durch Klickverschluss, wobei dieser meistens nicht einmal eingerastet wird. Zum alltäglichen "fietsen" (Fahrradfahren) käme wohl kaum jemand auf die Idee, schweineteure 110% wasserdichte Touren-Packtaschen ans Rad zu hängen. Schließlich legt man üblicherweise zum Einkaufen keine rekordverdächtigen Abstände zurück.

Noch nie auch habe ich so unglaublich viele joggende Menschen erlebt. Nicht einmal in der Hoch-Zeit dieser Fitness-Aktivität, als durch den mager gewordenen Joschka Fischer das Joggen plötzlich in aller Füße und Beine war. 
Ein inzwischen überholter Artikel aus dem April zum Joggen
Egal, wo ich mit dem Fahrrad herumtoure, in einem der großen Parks, auf dem ehemaligen Bundesgartenschau-Gelände, heute Niddapark genannt oder in den Anlagen in der Nähe der Siedlung - mir kommen schwitzende und mehr oder weniger schnaufende Läufer/innen en masse entgegen oder werden von mir überholt.
Zugegebenermaßen sind diese Begegnungen nicht meine liebsten. Ich passiere schweißtriefende, in unter-schiedlichem Maß schwer atmende Menschen. Oft, ohne den passenden Abstand einhalten zu können. Schon in der Vergangenheit war ich keine Freundin davon, beim Passieren eines Joggers mit Schweißtröpfchen beschleudert zu werden oder bei der Begegnung mit einer im Schweiße ihres Angesichts Trainierenden deren erhitzten Atem zugeblasen zu bekommen.
Die Abneigung ist in diesen Zeiten sicher nicht kleiner geworden.

Oft genug frage ich mich, wie sinnvoll das Gelaufe ist. Zum Beispiel an Tagen wie vergangenes Wochenende, wo ich bei hoher Luftfeuchtigkeit und Temperaturen knapp unter 30°, im mittäglichen Sonnenschein, auf meinem Weg zum Palmengarten reichlich Laufliebhaber/inne/n begegnete.

Meine persönliche These ist, dass es hier nicht nur um "gesund an der frischen Luft" geht. Man schaut diesen Menschen vermutlich darum normalerweise nicht beim Schwitzen zu, weil sie in einer der in dieser Stadt in unfassbarem Ausmaß anwesenden Muckibuden an irgendwelchen Geräten ächzen und stöhnen. Was in den letzten Monaten ja nicht ging und vermutlich trotz umgebauter Studios vielen noch immer nicht ganz geheuer ist.

Nicht gratis. Und doch übervoll: der Palmengarten am letzten Sonntag.
Auf dem Weiher ein Betrieb wie sonst am Rosen- und Lichterfest.
Auch hier dominieren die Familien mit Kindern. Aus ihrem Sozialverhalten
zu schließen meistens aus der SUV-Generation.
Auch viel, viel mehr Spaziergänger, vor allem jüngere, darunter sehr viele Eltern mit Kindern, sind unterwegs. 
Die Spielplätze sind bevölkert, wie seit meiner Kindheit nicht mehr.
Und es wird auf den Rasenflächen zusammengesessen, mit Abstand oder auch nicht. Es wird gepicknickt, gespielt, sich unterhalten. Und gegen Abend fungiert das Ganze als Kneipen- und Restaurant-Ersatz. Die Papierkörbe in den Parks quellen über, Pizzakartons und Behältnisse von Abhol-Mahlzeiten liegen herum. Ich sehe zwei Jungerwachsene auf einer Bank, zwischen sich in halbleeres Sixpack, oder fünf Jugendliche auf einer anderen Bank, jede/r mit irgendeinem Fläschchen Getränk in der Hand. Ein besonderes Bier oder was auch immer.
Ganz offenbar verlagern jetzt im Sommer ganz viele Menschen ihr Leben nach draußen.

Selbst das gute, alte Frisbee habe ich bei einer Gruppe junger Menschen wieder in Aktion gesehen.

Jetzt noch ein Grüppchen, das um eine Person mit Gitarre herum sitzt und knutschende Pärchen irgendwo auf der Wiese, und es ist beinahe wie in den seligen Hippie-Zeiten.

Nur ließen wir damals keine Pizzakartons, Schickimickibierfläschchen und Pringelsverpackungen auf dem Gras zurück.

Gesehen 1976 in einer Töpferei auf Kreta.
Die Zeit, wo man noch einfach so am Strand schlafen
durfte und die Höhlen von Matala bevölkert waren
von Hippies.

Donnerstag, 2. Juli 2020

Augenarzt


Auch ich konnte durch den Lockdown bestimmte Arzttermine nicht wahrnehmen. Eine eigentlich notwendige Kontrolle beim Augenarzt wurde von Ende März nach Oktober verschoben.

Naja, nicht ganz. Gestern musste ich von jetzt auf gleich meine Augen nachsehen lassen. Hier in Frankfurt.

Bislang hatte ich bezüglich bestimmter Aspekte des niederländischen Gesundheitssystems schwere Vorbehalte. Z.B. gegenüber der Tatsache, dass Fachärzte nicht frei gewählt werden können. In den Niederlanden existieren ausschließlich Polikliniken, in denen angestellte Fachärzte arbeiten. Menschen werden durch ihre Hausärzte dorthin überwiesen, wobei in städtischer Umgebung, in der mehrere Krankenhäuser mit den ihnen angeschlossenen Polikliniken existieren, eine gewissen Wahlfreiheit besteht. Auf welche Ärztin/welchen Arzt man dann in der Poliklinik trifft, ist Zufall. Es ist nicht möglich zu sagen: ich möchte gerne zu Herrn Dr. Y oder Frau Dr. X. Idealerweise hat man dann zukünftig aber immer Kontakt mit derselben Ärztin/Arzt.
Andererseits: es gibt im niederländischen Gesundheitswesen kein zwei-Klassen-System. Es gibt keine "Privatpatienten". In den Unikliniken machen die Damen und Herren Professores genauso Dienst in der Normalsprechstunde wie alle anderen Ärztinnen und Ärzte.
Und alle Mitarbeitenden in den Krankenhäusern sind ausgebildet, sich gegenüber den Patient/inn/en respektvoll und patientenzentriert zu verhalten. Alle. Von der Sekretärin bis zum höchstdekorierten Facharzt/-ärztin. Die Patientenzufriedenheit wird mit regelmäßigen Fragebogen-Aktionen überprüft.

Wie hoch das zu wertschätzen ist, weiß ich seit gestern.

Die Beschwerden am Auge, mit denen ich kämpfte, können zu einem relativ harmlosen "Alterungsprozess" gehören, aber auch Anzeichen für Schäden an der Netzhaut sein. Deswegen werden meine Augen ja regelmäßig kontrolliert. Eigentlich.
In meiner Not wandte ich mich an eine Praxis, in der ich vor vier Jahren hervorragende Erfahrungen gemacht hatte. Damals hatte der mir noch relativ jung erscheinende Arzt sich gerade niedergelassen. Gut gelaunt, kompetent und mich patientenzentriert ernst nehmend hatte er mich damals behandelt. War auf alles gut eingegangen und hatte sich ausreichend Zeit genommen.

Damals.

Schon am Telefon hatte ich es jetzt mit einer schnippischen, jugendlichen Assistentin zu tun. Ein späterer Blick auf die Website lehrte mich, dass Herr Dr. ausschließlich zwei Auszubildende beschäftigt hat, keine voll ausgebildete Arzthelferin.
Das Schnippische setzte sich in der Praxis fort. Meine Daten waren von damals noch im PC, aber ich musste das Anmeldeformular erneut ausfüllen. Als ich das nicht in der erwarteten Zeit erledigt hatte – wer kennt schon die Postleitzahl der Haus- und Augenarztpraxis, hier musste Rat im www gesucht werden – war das schnippische Fräulen überdeutlich 'not amused'.

Im gleichen Fall in der NL-Klinik hätte ich zu hören bekommen: Ist in Ordnung, mevrouw, nehmen Sie sich in aller Ruhe die Zeit, die Sie brauchen. 
Ernst gemeint. Nicht zynisch.

Nächster Schritt: die Voruntersuchungen. Durch die Assistentinnen-Lehrlinge. Alles sehr husch-husch und wie am Fließband. Es waren gleichzeitig mit mir fünf Mitpatient/inn/en im Wartezimmer gewesen.
Dann mussten die Pupillen-erweiternden Tropfen ins Auge gegeben werden. Hier war es überdeutlich zu merken, dass mir eine Azubine gegenüber saß. Sie tropfte enorm ungeschickt, 2/3 gingen daneben, das machte aber nichts bezüglich des benötigten Effektes, denn sie drückte so hart auf das Fläschchen, dass ein dicker Schwung auf einmal herauskam. Vom Tränenkanal zuhalten hatte sie offenbar noch nie gehört (in 'meiner' niederländischen Augenklinik Standard, die Tropfen können sonst auch auf den restlichen Körper wirken). Und um die nun an meiner Wange Richtung Maske laufende Flüssigkeit wegtupfen zu können, musste ich um einen Zellstofftupfer bitten. Die Azubine hatte nicht einmal gemerkt, dass meine Wange nass war wie bei einem Heulanfall.

Wie sehnte ich mich nach der Augenklinik in Groningen, in der die medizinischen Assistentinnen, die diese ganzen Voruntersuchungen tun, ein eigenes Sprechzimmer haben, in dem alles gelassen und in Ruhe abläuft. Auszubildende laufen immer mit voll ausgebildeten Kräften mit, und man wird explizit um Einverständnis gefragt, wenn sie praktische aktiv werden sollen. Die Anamnese, auf der basierend später die Ärztin mir begegnet, wird sehr sorgfältig aufgenommen. Die Tropfen werden sehr wohldosiert, aufmerksam und sorgsam verabreicht, und selbstverständlich wird der Tränenkanal zugehalten und erhalte ich einen Zellstofftupfer, um das dann selbst weiter zu tun. Die ganze Zeit bekomme ich das Gefühl vermittelt, nicht nur als "Verdacht auf…" dazusitzen, sondern als Mensch mit Gesundheitsbeschwerden wahrgenommen und ernst genommen zu werden.

Zurück ins Frankfurter Wartezimmer, in dem ich nun mit meinem getropften Auge saß und warten durfte, bis die Tropfen wirkten. Und schon steht wieder eine Assistentin an meinem Stuhl und verpasst mir, ohne zu kontrollieren, ob es überhaupt nötig ist, eine zweite Ladung der gleichen Tropfen. Ich bat sie noch, doch erst zu kontrollieren – aber das wischte sie weg mit einem Hinweis auf meine dunklen Augen, bei denen man immer zweimal tropfe. Überdosis. Das merkte ich später am Tag, denn ich hatte 12 Stunden später noch immer Sehprobleme. Immerhin war diese Helferin in Ausbildung schon ein Ausbildungsjahr weiter und somit erfahrener, dosierte besser und hatte ein Stückchen Zellstoff für mich zum trockentupfen mitgebracht. Damit konnte ich mir dann selbst den Tränenkanal zuhalten.

Irgendwann später wurde ich von einem Arzt in modischem Schwarz ins Sprechzimmer gerufen. Vom Sehen her beeinträchtigt, fiel mir nicht gleich auf, dass das nicht mein Dr. von damals war. Er war zwar auch jung, sah aber irgendwie völlig anders aus als der Arzt, den ich in Erinnerung hatte.
Er hielt es nicht für nötig, sich mir vorzustellen und somit das Rätsel zu lösen. Vage schoss mir durch den Kopf, dass auf der Website gar nichts stand von weiteren, in der Praxis mitarbeitenden Ärzten…

Kurze Frage nach den Symptomen, die er auf dem Bildschirm vor sich aufgeschrieben sah. Routinierte, aber auch sehr abgezirkelte Schnell-Schnell-Untersuchung. Mitteilung, dass das vorläge, was mir schon bekannt war. Plus etwas, von dem ich noch nichts wusste, aber nur im Anfangsstadium. Das sei durchaus 'altersgerecht'.
Die Netzhaut sei in Ordnung.

Damit wollte er abschließen. Leider musste er noch ein paar Fragen von mir aushalten. Was ihm nicht schmeckte. Jede Antwort gab er in einem abschließenden Tonfall. Machte aber nichts. Wofür hat der Mensch früher mal Gesprächsführung gelernt?
In diesem Nachgespräch fiel dann im Nebensatz "Der Chef operiert heute."
Ach, er sei gar nicht der Dr. Augenarzt?
Nein.
Wie nochmal sein Name sei? konnte ich mir nicht verkneifen zu fragen.
Dass er die Botschaft begriffen hat, wage ich zu bezweifeln.

Kurze Erklärung, was ich weiter tun solle, worauf achten und dann: "In drei Wochen sehen wir Sie dann wieder zur Kontrolle!" Hä? Ich war doch als Auslands-Notfall hier ...?...
"In drei Wochen gehe ich in den Niederlanden zum Augenarzt" verbesserte ich ihn.
Hm...

Dies wäre in 'meiner' Augenklinik ebenfalls anders abgelaufen. Auch dort spricht die Ärztin kein überflüssiges Wort. Trotzdem ist ein gutes Arzt-Patienten-Gespräch die Regel. Ich kann alle Fragen stellen, ohne das sie Zeitdruck erkennen lässt.

Nachdem ich mich im Nachhinein mit den Rezensionen dieser Praxis nochmal befasst habe,viel es mir wie Schuppen von den Augen.
Die Praxis hat zwar eine Bewertung von 1,6. Aber: der Löwenanteil der Bewertungen kommt von Privatpatient/inn/en oder von Leuten, die gelasert wurden oder eine andere OP hatten.
So wie es sich heute anfühlt, ist die ganze Praxis basierend auf  Zusatzleistungen und OPs gebaut. Business. Verdienmodell. Das versorgende Normalgeschäft ist nur das Kleinvieh, das auch Mist macht.

Klarer Fall von Ent-Täuschung.

Viel gelesen