Mitte März bis 10. April 2020 täglich. Ab 11. April 2020 erscheinen die Beiträge jeden zweiten Tag. Ab Montag, 22. Juni 2020 immer Montag und Donnerstag abends. Ab Montag, 13. Dezember 2021 am Montagabend nach 22 Uhr.


Posts mit dem Label Bargeld werden angezeigt. Alle Posts anzeigen
Posts mit dem Label Bargeld werden angezeigt. Alle Posts anzeigen

Donnerstag, 4. November 2021

Sehnsucht

Es gibt Tage, da erfüllt mich eine unglaubliche Sehnsucht nach normalem Leben. Eine unglaubliche Sehnsucht danach, einfach drauflos leben zu können. Sehnsucht danach, spontan die Dinge tun zu können, wie sie mir in den Sinn kommen oder sich andienen.

Wisst Ihr noch, wie das war? Erinnert Ihr Euch noch?

Man wachte morgens auf, lebte sein übliches Morgenritual. Mit ausgedehntem Frühstück, kleinem Frühstück, gar keinem Frühstück im Bauch gings zur Arbeit, zur Schule, zu …irgendwas, was man sich vorgenommen hatte. Man verließ das Haus einfach so und tat, was anstand. Völlig frei von jeglicher Furcht vor irgendeiner draußen lauernden Gesundheits-gefahr. Völlig ohne jedwede Extra-Vorsichtsmaßnahmen und Extra-Gepäck wie Masken, Impfpässe, Testergebnisse, Desinfektionsmittel. Einfach nur Tasche oder Rucksack und Schlüssel nehmen und los.

Frei von allesbeherrschender Angst vor bösen Viren, die irgendwo im Atem eines Mitmenschen heimtückisch darauf warten, andere Menschen zu überfallen, lief man durch seine Stadt, sein Dorf. Begenete anderen Menschen, ohne ihnen auszuweichen. Benutzte öffentliche Verkehrsmittel, drückte
sich durch volle oder übervolle Kaufhäuser, Märkte, Weihnachtsmärkte, Sonderausstellungen in Museen, Theaterfoyers, wartete in Klo-Schlangen, saß oder stand dichtgedrängt in Konzerten, tanzte ab (und schwitzte fröhlich drauflos) in der vollen Disco.

Völlig frei von jeder Angst vor den bösen Keimen, die die
Mitmenschen auspusten könnten, saß man bei einander. Umarmte sich. Küsste sich auf die Wange, oder unter Liebenden ganz arglos und genießend sinnlich. Man saß mit den verschiedensten Menschen in häuslichen Situationen zusammen, feierte Feste, besuchte einander, ging essen, hockte einen Abend lang in übervollen Kneipen, war unter Menschen, unter Menschen, unter Menschen. Selbstverständlich. Arglos. Glücklich. Natürlich. Ohne nachzudenken. Manchmal verärgert über die Fülle, man hätte gerne etwas mehr Raum gehabt. Trotzdem irgendwo entspannt. Menschen gehörten zu Menschen.

Und das alles war absolut frei von allgegenwärtiger Angst, sich mit irgendwas anzustecken. 

Man verliebte sich und kam sich völlig happy und frei näher und näher, küsste sich, hielt Händchen und irgendwann mehr, und hatte allenfalls Angst, dass die Verliebung einseitig sein könne. Andere genehmigten sich One-Night-Stands. Da war die einzig wahrgenommene Ansteckungsgefahr diejenige bezüglich Geschlechtskrankheiten.

Man ging auf Reisen. Fahrkarte, Flugticket buchen und los. Einfach so.
Man bezahlte bar. Einfach so.

Fasste Lebensmittel im Supermarkt an, prüfte die Qualität von Obst und Gemüse, legte gegebenenfalls etwas wieder zurück. Ohne sich allzusehr einen Kopf zu machen, wer das vor einem schon alles in der Hand hatte, man würde es doch waschen oder schälen, ehe man es isst. Ohne vorher und hinterher die Hände mit Sterillium einzureiben. Gelegentlich aß man auch mal einen Apfel oder eine Birne, nachdem man die Frucht einfach abgerieben hatte, nicht erst nachdem sie ausführlich gewaschen waren. Oder naschte auch mal einzelne Erdbeeren, Himbeeren, Johannisbeeren nach dem Kauf gleich aus dem Schälchen. Frei von Angst, sich mit irgendwas anzustecken. Allenfalls hatte man Bedenken wegen Pflanzenschutzmitteln.

Nach dem Einkauf räumte man die Dinge an ihren Platz. Kochte sich danach einen Kaffee oder Tee, schmierte sich ein Brot, klaubte einen Keks aus der Dose oder ein Knäckebrot aus der Schachtel. Genehmigte sich ein Stück Schokolade aus der gerade gekauften Packung. Ohne sich grundsätzlich nach jedem Einkauf eindringlich erst noch daran zu erinnern: hallo! Du kommst vom Einkaufen! erstmal Hände waschen!!! Tat man meistens schon, aber mehr aus Gewohnheit denn aus Angst vor irgendeiner Ansteckung.

Klar, in der Erkältungszeit war man etwas vorsichtiger, wusch die Hände häufiger und sah zu, dass einen niemand anhustete. Aber andererseits, Erkältungen konnten passieren. Waren unangenehm, aber kein Drama.

Man lebte drauflos. Und es ging (meistens) gut. Wofür hatte mein sein gut trainiertes Immunsystem? Über das man nicht einmal nachdachte. Auf das man sich vertrauensvoll verließ, ohne sich dessen bewusst zu sein.

Man tat überhaupt alles einfach so. Wollen wir…. ins Kino, ins Theater, ins Konzert, ins Museum, ins Schwimmbad, zum Sport, was Essen,… gehen? Prima, wann? Und dann gings los. Ab in irgendein öffentliches Verkehrsmittel, aufs Fahrrad, ins Auto. Und zum Treffpunkt.

Keine Überlegung: was muss ich jetzt nachweisen, um dorthin zu können? Darf jemand "ohne" dort noch in, oder nicht? Habe ich genug Masken dabei? Sind es auch die richtigen Masken? Muss ich da eine FFP2 oder kann eine normale medizinische Maske? Das Fläschchen Desinfektionsmittel nicht vergessen! Den Impf- oder Testnachweis parat haben. Und immer die Angst im Gepäck, die Drohung: das böse Virus lauert überall.

So war das.
Nach dieser Unbeschwertheit sehne ich mich. Manchmal so sehr, dass ich heulen könnte.
Weg. Aus und vorbei. Ob sie je wieder kommt?

Offizielle Grafik mit ab übermorgen geltenden Regeln     

Hier im Land geht alles gerade erst einmal den umgekehrten Weg. Ab übermorgen haben wir die
Maskenpflicht zurück beim Einkaufen und überhaupt in allen Innenräumen, in denen mehrere Mensche bei einander sind. Genesen-Geimpft-Getestet wird an viel mehr Stellen eingeführt, als es bislang galt; außer in Restaurants, Theatern, Konzertsälen und bei Großveranstaltungen nun auch in Museen, Schwimmbädern, Sportschulen, für Zuschauer von Sportveranstaltungen und auf Jahrmärkten.

Die Angstkeule wird wieder heftig geschwungen und mit warnender Stimme werden täglich mehrfach die aktuellen Zahlen genannt. Vor allem wird angstvoll und angstmachend nach den Aufnahmen ins Krankenhaus und den belegten Intensivbetten geschaut. Bei 17 Millionen Einwohnern gibt es rechnerisch landesweit nur 1150 Intensivbetten und aufgrund vieler Krankmeldungen im Personal zur Zeit nur 950. Irgendwer hat ausgerechnet, dass in den Niederlanden rechnerisch 9,6 Intensivbetten auf 100.000 Einwohner kommen. In Deutschland sind das 46 pro 100.000. Und in Italien immerhin noch 11. Die 8 großen Universitätskliniken haben schon verlautbart, dass Aufstocken eine Option ist. Nicht zu schaffen. Weder personell noch finanziell.
Also wird die Angstkeule geschwungen. Und wie!

Unbeschwertheit? Nächster Witz!

Und dabei ist Freude, sind Dankbarkeit, Liebe, Mitgefühl die allerwichtigsten Gefühle, um innerlich und überhaupt gesund zu bleiben. Au Mann! Das wird einem zur Zeit vielleicht schwer gemacht!

Gottseidank gibt es dann sonnige Tage, so wie heute – nach einem enorm nebligen Vormittag war der Nachmittag ein Gedicht. Gottseidank gibt es spirituelle Online-Kongresse mit phantastischen, aufbauenden Interviews. Gottseidank gibt es die beste Freundin aus Schulzeiten, mit der ich regelmäßig telefonieren kann. Gottseidank gibt es Freunde in Deutschland, mit denen ich mailen oder telefonieren kann. Gottseidank gibt es Brieffreundschaften, die mich aufbauen und in denen ich die anderen aufbauen kann. Gottseidank gibt es die Bekanntschaften aus liebevoll.jetzt und die Online-Cafés. Gottseidank gibt es einen unerschütterlich optimistischen Mann an meiner Seite. Gottseidank gibt es Musik, zum Anhören oder auch mal Selbermachen. Gottseidank gibt es Meditationen. Gottseidank gibt es noch meine VLOW-Gruppen. 

Mit all dem muss es sich doch schaffen lassen, einigermaßen durch diese irre Zeit zu kommen.

Was meinen Sie, Baron von Münchhausen?

Donnerstag, 1. Juli 2021

Einkaufsglück

Was für ein Gefühl!
Vergangenen Sonntag waren mein Mann und ich unterwegs auf unserer kleinen, täglichen Runde durchs Dorf, Minimal-Bewegungsprogramm. Nachdem wir beim Freizeithafen die historische Klappbrücke überquert hatten und wieder Richtung Hauptstraße gingen, kam automatisch der gegenüberliegende Coop ins Blickfeld. Dort herrschte leise Betriebsamkeit – hier haben die Supermärkte am Sonntag von 11 bis 17 Uhr geöffnet.
'Ich hab' keine Erdbeeren fürs Müsli morgen früh' schoss es mir durch den Kopf, 'dann kann ich doch auf dem Heimweg jetzt gleich ein Schälchen mit diesem Lieblingsobst mitnehmen.' – Gedacht, getan. Meine Bankkarte habe ich jetzt immer bei mir, sie steckt in einem Fach der Handy-Hülle. Da man hier so gut wie nicht mehr mit Bargeld zahlen kann, brauche ich nur noch selten mein Portemonnaie.

Jedenfalls – mit unbeschreiblichem Glücksgefühl machte ich mich auf zu meinem ersten Spontan-Einkauf seit ichweißnichtwievielen Monaten.
Letzten Samstag nämlich wurde in den Niederlanden die Maskenpflicht aufgehoben.
Das ewige Zurückzucken: 'achso, geht nicht, ich hab keine Maske dabei' hat ein Ende. Jedenfalls, wenn man nicht gerade mit der Eisenbahn oder dem Bus fahren will.

Einfach so, weil es mir gerade in den Sinn kommt, in einen Laden gehen! wie lange habe ich das nicht mehr getan!

Und drinnen lauter frohe, aufrecht und happy einkaufende Menschen, denen man richtig ins Gesicht schauen kann. Auch die Mitarbeiter im Laden – alle mit offenen Gesichtern.

Es ist unfassbar, wie anders die Atmosphäre im Laden dadurch ist!

Dieser ganze ängstliche Grauschleier, die Furcht vor dem anderen – jeder könnte der Böse sein, der mir das C anhängt – wie weggeblasen! Die Menschen kaufen wieder mit hocherhobenem Haupt ein, anstatt furchtsam und eilig durch den Laden zu huschen.

Bis Februar 2020, bis vor etwas mehr als einem Jahr, war eine solche Körpersprache beim Einkaufen der Normalfall, über den niemand besonders nachgedacht hat. Es gehörte dazu wie das tägliche Brot. Und jetzt, nach 16 Monaten C-Wahnsinn, wird auf einmal der alltägliche Einkauf im Supermarkt ein Ereignis, das Freude macht und gute Laune. Nur, weil wir wieder wie Menschen einander begegnen 'dürfen', einander ins Gesicht schauen können, frei atmen können, während wir durch den Laden gehen.

Ich werde jeden Tag dieser freien Sommermonate genießen. Freue mich schon auf den ersten Besuch im Fischrestaurant ganz ohne Maskenpflicht – auch wenn beim letzten Mal uns schon niemand mehr darauf ansprach. Auf den Besuch auf der Caféterrasse des Bürgerhauses, den Einkauf im Gartencenter – überall wieder Menschen mit freien Gesichtern, drinnen, draußen – SAGENHAFT!
Ich glaube, wenn ich das nächste Mal in der Stadt Groningen bin, werde ich einfach so durch den Hema, H&M, einen Drogeriemarkt bummeln. Schlicht, weil es jetzt wieder geht ohne so ein Ding im Gesicht.

Ein Stück Normalität ist mal eben ins Leben zurückgekehrt.
Ich werde jeden Tag, in dem ich das genießen darf, ganz bewusst wertschätzen.


 

Montag, 8. Juni 2020

Such den Fehler


Foto Wikimedia Commons
Beim Gemüsebauern sehe ich eine Frau ihr Portemonnaie zücken und mit Bargeld bezahlen. Richtiges, echtes Geld wechselt hier von Hand zu Hand den Besitzer.

Ich staune.
Dass es das noch gibt!

Nachdem unser Wocheneinkauf gewogen, mit Preisen versehen und in die Kasse getippt, in der Tasche verstaut und mit EC-Karte mittels RFID-Chip kontaktlos bezahlt ist – alles, wie es sich gehört, mit den berühmten 1,5 m Abstand und außerdem an der frischen Luft, denn der Hofladen wurde vor ein paar Wochen kurzerhand nach draußen verlegt – kann ich mir doch nicht verkneifen zu fragen: "Man kann hier auch bar bezahlen???"
"Ja, 'türlich" antwortet die Inhaberin. "Warum nicht?"

Naja, niemand sonst hier in den Niederlanden will noch, dass bar bezahlt wird. Barzahlung war eines der ersten Dinge, das von der Regierung zu Beginn der C-Virus-Krise entmutigt wurde. Die meisten Läden nehmen schlicht kein Bargeld mehr an. Auch Imbisse, Restaurants, Friseure – alles kontaktlos mit EC-Karte. Wie ich die Niederländer so kenne, sogar der Stand mit italienischem Eis, der vor drei Wochen auf dem kleinen Platz in der Mitte des Dorfes aufgeschlagen wurde. Denn schon vor dem C-Virus-Wahnsinn waren die Menschen hier enthusiastische Nutzer des "Pinnens"  - Bezahlen mit EC-Karte. Selbst auf dem Markt, selbst, wenn ich nur 1 Zitrone kaufte oder beim Fischhändler ein Fischbrötchen bestellte, hatte man lieber, dass ich die EC-Karte zückte statt Münzen zu geben.

Seit ich Anfang März, gerade noch vor Beginn des Lockdown-Zirkus, aus Frankfurt zurückgekommen bin, habe ich mein
Portemonnaie nur noch in der Hand gehabt, wenn ich meine Kreditkarte zum Bezahlen von Internet-Einkäufen brauchte.
Meine EC-Karte, Personalausweis und Kundenkarte der Bioladen-Kette stecken in entsprechenden Fächern meiner Handy-Hülle.
Auch meinen Rucksack habe ich nicht mehr benutzt, seit ich aus Frankfurt zurück bin. Einkaufen fahren wir mit dem Auto, und ausschließlich Einkaufen. Zielgerichtet. Dafür brauche ich meinen Einkaufskorb und -tasche sowie mein Handy mit den Karten. Taschentuch in der Hosentasche. Schlüssel in der einen Jackentasche und Sterillium-Fläschchen zum Desinfizieren der Hände nach dem Verlassen des Ladens in der anderen. So gerüstet geht's auf in den Bioladen. Maskieren müssen wir uns hier nicht.

Keine Handtasche. Kein Portemonnaie.

Die Kundin beim Gemüseanbauer ging ganz selbstverständlich um mit dem Bargeld. Etwas, das bei mir auch mal so war. Vor drei Monaten. Inzwischen habe ich schon beinahe vergessen, wie unser Geld aussieht, wie es sich anfühlt. Und, wenn ich so darüber nachdenke, muss ich sagen, ich vermisse das: das Gefühl, tatsächlich gegenständlich eine Art Gegenwert zu tauschen gegen die Lebensmittel, die ich im Laden zusammengetragen habe und nun mein Eigen nennen möchte. Diese Wahrnehmung von etwas Stofflichem, das ich im Tausch gegen das, was mich die nächsten Tage nähren wird, weggebe.

In Frankfurt hatte ich noch extra einen Betrag von meinem Konto abgehoben, weil Geldtanken am Automaten im Ausland ja schweineteuer ist.
Das hätte ich mir sparen können.
Die Scheine liegen noch so unberührt im Sparstrumpf in meinem Schreibtisch, wie ich sie am 3. März hineingelegt habe.

Das Ganze ist eigentlich um  sich an den Kopf zu greifen.
Bargeld ist ein gesetzliches Zahlungsmittel.
Die gesundheitliche Gefährdung (Übertragung durch Schmierinfektion) ist, wird in Deutschland gesagt, nihil.

Bild gefunden im www
 
Hier stimmt doch was nicht.










Bei nebenstehendem Bild stimmt auch etwas nicht. Anders als bei unsererm Bio-Gemüsebauern versteckt sich hier zwischen dem Gemüse eine Raupe, die auch an allem schon ein bisschen herumgefressen hat.
Wer findet sie?


Sonntag, 31. Mai 2020

?Neue ? ?Normalität ?


"Neue Normalität" - Was für eine geniale Worterfindung!

Ich wüsste zu gerne, von welchem Spin-Doctor diese Wortschöpfung kommt, die in wörtlicher Übersetzung auch in den Niederlanden benutzt wird. Die Kombination von "neu" – was Entwicklung, Fortschritt, Verbesserung signalisiert mit "Normal", woran emotionale Verknüpfungen von Vertrautheit, Geborgensein, immer gleichen Abläufe, Zuhausefühlen, Autopilot, 'so muss es sein' usw. gekoppelt sind, suggeriert, das man hiermit auf jeden Fall auf dem richtigen Weg und alles gut sei.

Nichts ist weniger wahr.

Liselotte von der Pfalz um 1700
Gemälde von André Bouys
Neu ist daran gar nichts.
Schon in den 1690er Jahren, als Liselotte von der Pfalz die Pocken bekam, waren Quarantäne, Abstand halten und Soziale Isolation die Mittel der Wahl. (Quelle: "Madame sein ist ein ellendes Handwerck", Dirk van der Cruysse, Piper 1995, Kapitel X)
Es ist also ein uraltes Mittel beim Auftauchen von epidemischen Krankheiten, geschuldet der Hilflosigkeit im Umgang damit. Man weiß sich keinen besseren Rat, kann den Erkrankten von seiten der Medizin nicht wirklich helfen und beschützt dann mal lieber sich selbst und den Rest der Menschheit vor Ansteckung.
Liselotte hatte – im Gegensatz zu den Menschen, die heutzutage in den Krankenhäusern isoliert werden – immerhin noch das Glück, dass fünf ihrer Hofdamen, die der König ebenfalls hatte wegschicken wollen, mutig in ihrer Nähe blieben. Sie hat, bärenstark wie sie war, die Krankheit überwunden, und offenbar wurde keine der Hofdamen angesteckt.

Und Normal?
Normal ist daran schon überhaupt nichts.
Dies sind Zustände, an die man sich besser niemals gewöhnt und die man immer, IMMER! als Ausnahme betrachten sollte. Wo sind wir denn, wer sind wir denn, dass wir so etwas als 'normal' betrachten sollten?

Grundrechte außer Kraft setzen
Abbildung aus dem Artikel im Sonntagsblatt vom
23 Mai 2019 zum 70 jährigen Jubiläum des Grundgesetzes

Freiheit der (öffentlichen) Meinungsäußerung, Demonstrationsfreiheit, Unverletzlichkeit der Person – alles aktivistisch in schnell durchgepeitschten Gesetzen aufgehoben. Dazu eine Exekutive, die mit beispielloser Gewalt durchsetzt, dass abweichende Meinung genau nicht frei und öffentlich geäußert wird. Man gibt allen unliebsamen Gedankengängen den Stempel "Verschwörungstheorie" oder "Gefährder" (weil sie sich gegen die geltenden Maßnahmen aussprechen und damit den Rest der Welt gefährden) und darf dann ungestört zensieren und festnehmen.  

Es geht hier gar nicht darum, ob ich dieselbe Meinung habe, wie diejenigen, die die ihre kundtun wollen. Es geht darum, dass diese Meinung gesagt, geschrieben, als Film gezeigt werden darf, ohne Zensur, auch und gerade, weil sie von dem abweicht, was als offizielle Meinung gilt.
Demokratie und alle Wissenschaft leben davon, dass widerstreitende Meinungen geäußert und Differenzen benannt und ausgetragen werden. Wenn nur noch eine einzige Lesart zur Interpretation des Geschehens gilt, nennt man das…. wie? Jede und Jeder weiß die Antwort.

Maskiert herumlaufen

Freepic von Vecteezy
Die Idee hinter der Verpflichtung, beim Einkaufen (in Deutschland) und in öffentlichen Verkehrsmitteln Maske zu tragen ist, andere vor den eventuellen eigenen Keimen zu schützen.

Bei trotz aller zugenommenen Testaktivität insgesamt noch 8.000 Infizierten in ganz Deutschland (Stand 28.05.2020 – RKI Website "Dashboard")  ist, so hat ein Statistiker ausgerechnet, die Gefahr, von einem Zug überrollt zu werden, statistisch größer, als die Gefahr, angesteckt zu werden.
Was ist dann genau der Nutzen der Masken?

Jedenfalls sind sie AUCH enorm schädlich. Hier sind ein paar Studien zum Thema zusammengetragen und ausgewertet.
Z. B. kann die Rückatmung des Virus über die Nase sehr gefährlich sein.
Oder es wird berichtet, dass mehr als 80% medizinischen Personals, das längere Zeit eine Maske tragen musste, davon Kopfschmerzen bekam. Verringerter Sauerstoffgehalt und erhöhter CO2-Gehalt im Blut sind die Ursache. Beides führt auch zu einer Schwächung des Immunsystems.
Dann gibt es noch psychologische Effekte:
Das Tragen von Gesichtsmasken ist eine ständige Erinnerung daran, dass wir uns vor diesem unsichtbaren Feind fürchten sollten. Es besteht kein Zweifel, dass das Tragen einer Maske die Sorge und Furcht vor der Erkrankung verstärkt. Überall in der Öffentlichkeit maskentragenden Menschen zu begegnen hinterlässt Besorgnis und Furcht. Auch dies ist also ein immunsuppressiver Faktor des Maskentragens.

Durchpeitschen von Gesetzen im Eiltempo 

Nachdem schon seit Beginn der C-Virus-Krise immer wieder Gesetze im Schnelldurchgang erlassen und geändert wurden, sind am 14. Mai sind die neuesten, sehr eingreifenden Regelungen im "Zweiten Gesetz zum Schutz der Bevölkerung bei einer epidemischen Lage von nationaler Tragweite" beschlossen worden.

Dabei hat sich, zu meiner großen persönlichen Enttäuschung, Bündnis 90/Die Grünen enthalten anstatt dagegen zu stimmen. Und das, obwohl sie "zu viele Kröten in der Suppe" dieses Gesetzes gefunden haben. Die FDP hatte ebenfalls Bedenken, die Fraktion hatte wegen der Verordnungsermächtigungen zugunsten des Gesundheitsministeriums schon beim ersten Paket „große Bauchschmerzen“ gehabt. Nun gebe es eine veränderte Lage und es stelle sich die Frage, ob die „Blankoermächtigungen“ für das Ministerium noch verhältnismäßig seien.

Die Expertenanhörung zu dem Gesetzentwurf habe gezeigt, dass die erweiterten Handlungsmöglichkeiten des Ministeriums verfassungsrechtlich bedenklich seien. „Die Beteiligungs- und Kontrollrechte des Parlaments bleiben hier eindeutig auf der Strecke.“ Nachzulesen auf der Website desDeutschen Bundestages. 

Teile dieses Gesetzes sind ein echtes Ermächtigungsgesetz, das dem Gesundheitsminister viel zu große Machtbefugnisse gibt. Im Wikipedia-Artikel zum Gesetz kann man fundierte Kritik von führenden Juristen dazu nachlesen. 

Vielleicht sind manche der bislang erlassenen Regelungen tatsächlich not-wendend gewesen. Das wird sich erst im Nachhinein wirklich erweisen, wenn gediegene wissenschaftliche Untersuchungen abgeschlossen sind. Und wenn ein Untersuchungsausschuss oder welches Gremium auch immer herausgefunden hat, was außer den in die Öffentlichkeit gebrachten Motivationen die Politiker und Entscheidungsträger sowie ihre Berater noch alles angetrieben hat.

Eines jedoch ist felsenfest sicher:
Dies alles bin ich nicht bereit, als "normal" hinzunehmen.

Es ist und darf ausschließlich sein eine aus der empfundenen Not entstandene Strategie, die frühestmöglich wieder aufgehoben werden muss!

Viel gelesen