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Montag, 11. Dezember 2023

Segensworte

Diesen Adventskalender "Weihnachten in Bethlehem" kann man hier bestellen
Der Adventskalender von Andreas Goldemann https://andreasgoldemann.com/, de facto eine tägliche, kleine, feine e-mail mit einem spirituellen Text oder Link, ist ein wahrer Schatz an Impulsen und Inspirationen. Schon so manches fand ich in den letzten Tagen in meinem Postfach, das des Teilens wert ist. Ganz besonders berührt hat mich der Text mexikanischer Segensworte, der Fama nach aus dem 7. Jahrhundert und im Original in Nahuatl (der Sprache der Atzteken und verwandter Nahua-Völker) gesprochen und irgendwann aufgeschrieben, den Andreas gestern zum 2. Advent geteilt hat. Persönlich fühle ich es zwar auch als Segnung, jedoch ebenfalls als eine Art Freisprechung.

Der Text kursiert zahlreich im Internet. Mich hat er so berührt, dass auch ich mich in die Kette derer einreihe, die ihn um die Welt schicken.

Den Text laut zu lesen kann die Intensität verstärken.

Ich befreie meine Eltern von dem Gefühl,
dass sie mit mir versagt haben.

Ich befreie meine Kinder von der Notwendigkeit,
mich stolz machen zu müssen.

Mögen sie ihre eigenen Wege nach Herzenslust gehen.
Mögen sie ihren Instinkten folgen und so ihre Träume verwirklichen.

Ich entbinde meinen Partner von der Verpflichtung,
mich zu vervollständigen.
Mir fehlt nichts, ich lerne die ganze Zeit mit allen Wesen.

Ich danke meinen Großeltern und meinen Vorfahren,
die zusammengekommen sind,
damit ich heute das Leben atmen kann.

Ich befreie sie von früheren Versagen und unvollendeten Wünschen, wissend, dass sie ihr Bestes getan haben,
um ihre Lebensumstände in bester Art und Weise zu tragen,
wie es ihnen möglich war.

Ich ehre sie, liebe sie und erkenne sie als frei von aller Schuld an.

Ich ziehe meine Seele vor ihren Augen aus, deshalb wissen sie, dass ich nichts mehr verstecke oder schulde,
als mir selbst und meiner eigenen Existenz treu zu sein,
indem ich der Weisheit meines Herzens folge.

Ich erfülle meinen Lebensplan frei von familiärer Loyalität.

Ich weiss, dass mein Friede und mein Glück
in meiner eigenen Verantwortung liegen.

Ich verzichte auf die Rolle des Retters, derjenige zu sein,
der die Erwartungen anderer vereint oder erfüllt.

Indem ich durch und nur durch Liebe lerne,
ehre ich meine Essenz und segne mein Wesen und meine Ausdrucksweise,
auch wenn man mich vielleicht nicht versteht.

Ich verstehe mich, weil nur ich meine Geschichte gelebt
und erlebt habe.

Weil ich mich selbst kenne, weiß ich wer ich bin,
was ich fühle, was ich tue und warum ich es tue.

Ich ehre mich, ich liebe mich
und erkenne mich als frei von Schuld an.

Ich ehre dich, ich liebe dich
und erkenne dich als frei von Schuld an.

Ich ehre die Göttlichkeit in mir und in dir.

Wir sind frei …

Und so ist es.


 

PS:
Hier noch ein Link zu einem Mantra-Gesang, den Andreas am 3. Dezember geteilt hat. Ich habe ihn nicht nur anghört, sondern auch mitgesungen (die zauberhafte Stimme der Sängerin hat mich wunderbar mitgenommen). Tat richtig gut und beruhigte Körper, Geist und Seele.
Für mich als Spät-68erin kam noch ein gewisser, bezaubernder Zeitmaschinen-Effekt dazu.

Die Musizierenden sehen aus und fühlen sich an, als seien sie direkt meiner Jung-Erwachsenenzeit in den frühen 70ern entstiegen. Dadurch wirkt das Video auf mich zusätzlich wie ein Jungbrunnen


Montag, 9. Mai 2022

Unruhe und Stille

Eine merkwürdige Zeit ist es gerade. Ich bin, ohne ganz genau sagen zu können warum, immer wieder voller innerer Unruhe. Wie ein Hund, der sich irgendwo niederlegen will. Der sich fallen lässt, kurz drauf wieder aufsteht, sich ein paar Mal im Kreis dreht, die richtige Stelle sucht, sich wieder fallen lässt, aber noch immer nicht gut liegt, erneut aufsteht, sich nochmals dreht, ein bisschen zur Seite geht, sich erneut um sich selbst dreht und dann wieder fallen lässt. Und noch immer nicht zufrieden ist mit seiner Liegeposition.

Da kam mir eine Geschichte gerade recht, die Steffen Lohrer in seinem Newsletter der vergangenen Woche mitschickte. Sie ist als Netzfund gekennzeichnet, Autor unbekannt, und wird - wie ich gerade merkte - auf vielen Websites geteilt. Nun also auch in meinem Blog.


Carl Spitzweg - Einsiedler vor seiner Klause (1844)
Gemeinfrei - Digitale Sammlung Städelmuseum, Frankfurt am Main
Vom Mönch und dem Brunnen

Ein als Einsiedler im Wald lebender Mönch bekam eines Tages Besuch von einer Gruppe Menschen. Sie hatten schon viel Gutes über ihn gehört und hofften, von diesem Weisen etwas lernen zu können.
Einer von Ihnen fragte: „Was für einen Sinn siehst du in deinem Leben der Stille und Meditation?“

Der Mönch war mit dem Schöpfen von Wasser aus einem tiefen Brunnen beschäftigt. Er sprach zu seinen Besuchern:
„Schaut in den Brunnen. Was seht ihr?“
Die Leute blickten in den tiefen Brunnen und antworteten:
„Wir können nichts erkennen.“

Nach einer kurzen Weile forderte der Mönch die Leute erneut auf:
„Schaut in den Brunnen! Was seht ihr jetzt?“

Die Leute blickten wieder hinunter:
„Ja, jetzt sehen wir uns selber!“

Der Mönch sprach:
„Nun, als ich vorhin Wasser schöpfte, war das Wasser unruhig. Jetzt ist das Wasser ruhig. Das ist die Erfahrung der Stille und der Meditation: Man sieht sich selber! Und nun wartet noch eine Weile.“

Nachdem also eine Zeit verstrichen war, sagte der Mönch erneut:
„Schaut jetzt in den Brunnen. Was seht ihr?“

Die Menschen schauten hinunter:
„Nun sehen wir die Steine auf dem Grund des Brunnens.“
Da erklärte der Mönch: „Das ist die Erfahrung der Stille und der Meditation. Wenn man lange genug wartet, sieht man den Grund aller Dinge.“

 

Es gilt also, unbeirrt weiter zu üben.

Montag, 14. Februar 2022

Panta rei

"Never change a running system" – wer diesen Satz erfunden hat, weiß ich nicht. *)

Sicher in den Kindertagen des Microsoft Betriebssystems Windows schien das eine gute Devise zu sein. In jener Zeit, in der jedes Softwareupdate oder Betriebssystemupdate zu einem finalen Absturz des PC führen konnte und einem dann manchmal nichts anderes übrigblieb, als den ganzen PC neu zu installieren. Damals glaubte ich heilig daran: "Lass  bloß die Finger weg von Systemveränderungen und Updates, zumindest so lange, bis wirklich alles in alle Ecken hinein getestet und ausprobiert ist."

Es gibt kaum ein dümmeres Motto, das viral hätte gehen und sich in die Köpfe der Menschen hätte festsetzen können. Jedes System ist immer, immer! in Veränderung begriffen.

Um beim PC zu bleiben: auch wenn ich mein Betriebssystem und meine Programme nie update, verändert sich mein PC fortlaufend. Einfach dadurch, dass ich mit ihm arbeite. Ich speichere Dateien ab, lösche andere, verschiebe eventuell ganze Ordner, der Arbeitsspeicher füllt sich und leert sich und behält dabei doch immer "eins im Sinn", usw. Dadurch passiert im Hintergrund allerlei, und auch (oder gerade) wenn ich nie auf Betriebssystem- oder Programmebene eingreife, kann sich früher oder später das eine oder andere verhaken und mich zwingen, doch bewusst auf irgendeine Weise einzugreifen.

Was für technische Systeme gilt, gilt für lebendige 'Systeme' noch viel mehr.
Das ist mir dieser Tage erneut deutlich – und schmerzlich – bewusst geworden. Wo Lebendigkeit ist, kann niemals Stillstand sein. "Komm aus Deiner Komfortzone" oder "Geh aus Deiner Komfortzone" schallt uns so oft aus den Mündern von Speakern (Referenten also), Coaches, Weisheitslehrern entgegen, dass wir am liebsten ermüdet die Köpfe abwenden. Doch offenbar gibt es keine wirkliche

Alternative zum In-Bewegung-Bleiben, will ich wirklich lebendig und authentisch sein. Immer, wenn ich es mir irgendwo richtig gemütlich gemacht habe, das Gefühl habe, dass das jetzt immer so weitergehen könne und ich endlich richtig angekommen sei, kommt von irgendwoher eine heftige Aufforderung, auf irgend eine Weise aufzubrechen.

Auch die Vernetzungsplattform, auf der ich seit ein paar Monaten aktiv bin, ist da keine Ausnahme. Sie ist nicht das Schnuckelhäuschen zum entspannt Es-Mir-Gutgehen-Lassen, als das sie mir zeitweise erschien. Sie ist ein lebender Organismus. Als Teil dieses Organismus bin ich auch Teil seiner immerwährenden Veränderung, ob ich das nun bewusst mit gestalte oder unbewusst geschehen lasse. Ich entscheide mich fürs bewusst mit gestalten.

Innerhalb dieser Plattform hatte ich eine regional bezogene Gruppe mitgegründet. Die Idee dahinter: verstreut lebenden Menschen den Kontakt zu nicht allzuweit entfernt lebenden Gleichgestimmten zu ermöglichen. Anfangs schien es dort sehr nett und angenehm zu sein. Schien die Liebe zur regionalen Landschaft und Wesensart der Menschen neben einer vermuteten grundsätzlichen Gleichgestimmtheit Verbindung genug. Mit der Zeit erwies sich aber, dass einerseits diese Gleichgestimmtheit so nicht existiert. Dass andererseits die Liebe zu Landschaft und Wesensart nicht verbindend genug ist. Und dass das jeweilige So-Sein einzelner Mitglieder so unterschiedlich ist, dass manches nicht zusammengeht. Sicher nicht, wenn nicht bei allen ein ganz, ganz großer Wille zu gegenseitigem Vertrauen, zu Offenheit und zu Akzeptanz des Andersseins besteht. 

Wo der Wunsch, dirigistisch die Denk- und Fühlrichtung innerhalb der Gruppe zu bestimmen bzw. vorzugeben auf den Wunsch zu freiheitlichem, authentischem Gespräch über eben jene Denk- und Fühlrichtungen stößt, wird es sehr schwierig. Wenn der Dirigismus von dem Menschen ausgeht, der der Hüter der Gruppe sein sollte, wird eine 'Zusammensetzung' **) und gemeinsam innerhalb der Gruppe konstruktiv und kreativ an etwas Herumdenken unmöglich.
Das ist schade.
Aber auch hier gilt, wie überhaupt angesichts schwieriger, belastender Situationen: "Change it, leave it, or love it." Veränderung kann eben auch bedeuten, etwas zu gestalten indem ich es verlasse. 

So gerne ich mir das gemütliche Wohnzimmer mit gemeinsamem Träumen über die geliebte Landschaft und Wesensart der Menschen erhalten hätte… ich musste tränenreich erkennen, dass das, was gemütlich schien, eine starre, einengende Umgebung war. Keine einladende, weiträumige Wohnlandschaft. Sondern ein 16 qm-50er-Jahre-Nachkriegswohnzimmer mit Sofa, steifen Sesseln, Stehlampe und Nierentisch. Nachdem mir das deutlich geworden war, lag der weitere Weg klar vor mir. Dieser Starre und Einengung meines Träumens und meiner Kreativität mich weiter auszusetzen, wäre alles andere als liebevoller Umgang mit mir selbst gewesen. So stand ich auf, räkelte mich, schrieb einen Abschiedsgruß in die Runde  und verließ den Raum.

Vielleicht hatte ich sowieso zu viel Zeit nicht nur in jenem Wohnzimmer, sondern in dem gesamten Schnuckelhäuschen verbracht. War ich nicht doch in der digitalen Welt hängengeblieben, anstatt wirklich zu leben? Eine interessante Erkenntnis, dass das auch bei 'alternativen' Plattformen geschehen kann. Nicht nur bei den Facebooks diese Welt, die aufs Anwesend-Halten der User programmiert sind.

Gerade in diesen Zeiten, in denen wir noch immer durch die Krönchen-Situation mehr isoliert von einander als mit einander leben, ist wohl die Verführung groß, in solchen digitalen Netzen sich zu verstricken. Jetzt bin ich gespannt darauf, wie es mir gelingen wird, ein gesundes Gleichgewicht zwischen digitaler und echter Vernetzung zu finden.

 " Wir sollen heiter Raum um Raum durchschreiten,
An keinem wie an einer Heimat hängen (…)
Wohlann denn, Herz, nimm Abschied und gesunde!" ***)

*) Ich erinnere mich aber noch ganz genau an die Situation, in der ich ihn zum ersten Mal hörte: in meinem kleinen, kuscheligen Büro im alten Amt für Kirchenmusik in Frankfurt am Main in jener 30er-Jahre-Villa, in der ich die allerschönsten Jahre meines Berufslebens verbringen durfte. Ausgesprochen wurde er von der damaligen Vorsitzenden des Verbandes, in dem die Posaunenchöre zusammengeschlossen sind; ob im Zusammenhang mit dem Netzwerkserver oder in betriebsorganisatorischem Zusammenhang vermag ich nicht mehr zu sagen.

**) Es soll ja gerade keine Auseinander-Setzung sein

***) Hermann Hesse, "Stufen"

Montag, 10. Januar 2022

Unruhige Tage

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Schon sind zehn Tage des ersten Monats in diesem Jahr 2022 vergangen. Mehr oder weniger rannen sie mir durch die Finger, und an manchen Abenden wusste ich gar nicht, wieso schon wieder ein Tag vorbei war. Ohne besonders viel Termine oder andere Verpflichtungen war da doch das Erleben, dass die Zeit rast.

Unter anderem hatte das damit zu tun, dass ich unverse-hens in einen unerwarteten Konflikt geraten war und mich immer und immer wieder dabei ertappte, dass ich gedanklich und in ununterbrochenem Probehandeln mit der Sache befasst war. Immer und immer wieder drehte sich alles in mir um diese Geschichte, der Blutdruck stieg in ungeahnte Höhen, ich war konstant mit den handelnden Personen und Deutungen der sprunghaft-unerwarteten Reaktionen beschäftigt. Das fraß enorm viel Energie, und folgerichtig hatte ich ein großes Bedürfnis nach Ruhe und Träumen, schmökernd lesen und ausgedehntem Mittagsschlaf. Meditation half wenig, ich konnte einfach nicht zur Ruhe kommen. So gingen die Tage dahin.

Eine typische Geschichte.
Meine innere Stimme hatte mich von Anfang an gewarnt, mich auf die Sache einzulassen. Aber irgendein anerzogener Gedankenimpuls, etwas in dem Sinn von: "ach, da kannst Du doch helfend einspringen, stell Dich nicht so an! vielleicht täuschst Du Dich ja mit Deiner gefühlsmäßigen Einschätzung von Situation und Personen" ließ mich dann doch zusagen. 

Das Dumme war, es ging eben nicht um eine gefühlsmäßige Einschätzung. Sondern um eine intuitive. Und die war sowas von zutreffend, da schlackern mir noch jetzt die Ohren.

"Folge Deinem ersten Gedanken" war eine Devise, die meine – mit meinem heutigen Wissen würde ich sagen hochsensible und  auf  natürliche Weise spirituelle – Mutter immer wieder mal äußerte. Wie sehr sie selbst ihr in ihrem Leben gefolgt ist, vermag ich nicht zu sagen. Jedenfalls ist diese Devise eine wunderbar praktische Formulierung der Aufforderung, sich auf die eigene Intuition zu verlassen.

Quod erat demonstrandum.

Auch der heutige Tag, Tag 1 nach der definitiven Beendigung des Konfliktes auch in mir, ging so dahin, ohne viel Raum für echte Lebendigkeit zu lassen. Im Grunde war er ein einziges Herumhängen in einem Warteraum. 

Hier in der Provinz Groningen gibt es an vielen Gebäuden teils enorme Schäden durch Bodenabsenkungen, bzw. Erdbeben als Folge der jahrzehntelangen Gasgewinnung. Bis vor zwei Jahren wurde hier in enorm viel Gas aus dem Boden geholt. 1959 entdeckt, begann die Ausbeutung des Groningen-Gasfeldes Anfang der 60er Jahre. Inzwischen sind – für Eigengebrauch in den Niederlanden und für Exportzwecke – insgesamt mehr als 2000 Milliarden cbm Erdgas gefördert worden. Der Gewinn für die Staatskasse beläuft sich zusammengenommen auf beinahe 417 Mrd €  


Über die Behebung der Schäden und die Zurückgabe wenigstens eines Teils der enormen Gewinne an die dupierte Bevölkerung Groningens wurde und wird noch immer seit mehr als zehn Jahren gestritten. Groningen gehört – neben Limburg, interessanterweise die Provinz, in der früher Kohle gefördert wurde – zu den ärmsten Provinzen der Niederlande. In den letzten Jahren, nachdem die Groninger sich immer heftiger begonnen zu wehren, wurde der Schaden und die Verantwortlichkeit des Staates immer mehr anerkannt und werden allerlei Programme bedacht, um Schaden zu vergüten. Aktuell gibt es einen Topf von nicht ganz 221 Millionen € um Hauseigentümer zu unterstützen, die aus Unsicherheit über Schadensersatz für Gasbebenschäden Unterhalt an ihrem Haus auf die lange Bank geschoben haben. Man kann für z.B. Energiesparmaßnahmen, aber auch aufgeschobene Renovierungsarbeiten bis zu 10.000 pro Haus beantragen. Der Topf wurde heute freigegeben. Digital konnte man sich ab 9:00 Uhr einloggen, um einen Antrag zu stellen. Dabei wurde ein elektronisches Warteschlangensystem benutzt. Direkt nach 9 Uhr waren mehr als 50.000 Wartende in dieser Warteschlange, die offenbar ähnlich funktioniert wie Buchungssysteme für z.B. große Popkonzerte. 

Wir fallen unter die Kategorie der Zuschussberechtigten, bei uns muss dringend das eine oder andere gemalert werden, und der Beschluss über den Schadensersatz aus Erdbebenschäden (verschiedene kleine und größere Risse, aber nix Gefährliches) lässt noch auf sich warten. Direkt nach dem Öffnen des "Digitalen Antragstellungsschalters" bekamen wir eine Position an Stelle 11.479 zugewiesen; wie ich jetzt weiß, war das noch gar nicht mal SO schlecht. Ab dann hieß es, den Computer beobachten. Denn ab dem Moment, ab dem man 'dran' war, hatte man genau 15 Minuten Zeit, um sich tatsächlich beim Schalter einzuloggen.

Den Rest des Tages brachten wir dann mit abwechselndem, regelmäßigem Beobachten des Bildschirms zu. Alle Stromsparoptionen des Laptop waren ausgestellt, und auch den Batterieladestand überwachten wir ständig, denn es durfte um Himmels Willen nicht passieren, dass der Computer sich selbst aus Strommangel herunterfuhr. Denn dann hätte man sich erneut hinten einreihen müssen.

Um viertel nach drei am frühen Nachmittag, nach also mehr als 6 Stunden warten, durften wir uns endlich einloggen und unseren Antrag stellen. Dies war in weniger als fünf Minuten erledigt.
Der Screenshot ist gegen 10 Uhr entstanden, an dem Blau im Balken unter der Zahl lässt sich erkennen, wie viel Wartezeit man schon hinter sich hat von dem, was in Grau noch vor einem liegt:

 

Schon gegen Mittag war der Topf zu 25% aufgebraucht durch digitale Anfragen, und man geht davon aus, dass spätestens um Mitternacht digital so viele Anfragen gestellt wurden, dass rechnerisch der Topf leer ist. Da auch noch an 5 Orten Menschen ihre ausgedruckten Anträge vor Ort einreichen konnten, zum Teil dort stundenlang in der Kälte in langen Schlangen warteten (gottseidank braucht man hier im Freien keine Maske, auch nicht in einer Warteschlange!), gleicht es ein bisschen einer Lotterie, ob man noch was abbekommt vom Zuschuss oder nicht. Denn die Verteilung geschieht in der Reihenfolge des Eingangs nach dem Motto "Wer zuerst kommt, mahlt zuerst". Im Land der Windmühlen offenbar ein naheliegendes Prinzip.

Uff! als wir das hinter uns hatten, konnte der Rest vom Tag beginnen.

Nach all dem ist es dringend Zeit, sich mit etwas Aufbauendem zu befassen. Und so schließe ich mit berührenden Neujahrswünschen und -gedanken, die eine Freundin mir weitergeleitet hat. Sie hat sie von ihrem Biodanza-Kreis-Leiter bekommen.

WAS ICH MIR WÜNSCHE

Was ich mir wünsche ist, dass die Menschheit sich das Wunder des Lebens bewusst macht, denn sobald wir uns des Wunders des Lebens bewusst sind, tragen wir von Natur aus Fürsorge für alles um uns herum, weil wir verstehen, dass alles Leben einzigartig ist.

Wir können nichts tun, ohne dabei alles andere zu berühren. An dem Tag, an dem wir verstehen, dass wir alle miteinander verbunden sind, dass wir, wenn wir etwas berühren, alles berühren, an dem Tag, an dem wir dies verkörpern und verinnerlichen, an diesem Tag werden wir auf die Weisheit der Menschheit anstoßen.

Die Weisen sagen, dass Erleuchtung - was ist Erleuchtung? – bedeutet, das Wunder des Lebens zu verstehen, dass Erleuchtung uns dann erreicht, wenn der Tropfen erkennt, dass er der Ozean ist. Darauf kommt es an: Dass wir erkennen, dass wir der Ozean des Lebens sind!

Lasst uns auf das Wunder des Lebens anstoßen! Und mögen wir jeden Morgen im Aufwachen erkennen, dass wir lebendig sind!

Viel gelesen