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Montag, 30. Oktober 2023

Ausgeruht

Ja, es ist wieder soweit. Zum vierten Mal seit der 2020er Wahnsinn begann, haben wir die Uhren von Sommerzeit zurückgestellt zur Mitteleuropäischen Normalzeit.
Mein Körper darf wieder im tageslichtaffinen Rhythmus schwingen.

Wie immer bringt das eine gewisse Entspannung mit sich. Die ich nach Strich und Faden genieße.

Sonntagabend habe ich die neue alte Zeit eingeläutet, indem ich ausgiebig und bis kurz nach 1 Uhr (Sommerzeit) wachgeblieben bin und sogar im Bett gelesen habe.
Normalerweise und vor allem zwischen dem letzten März- und dem letzten Oktoberwochenende gehe ich sehr pflichtbewusst pünktlich schlafen, weil morgens unerbittlich um halb 7 der Wecker klingelt. Was ja tageslichtzeitmäßig bzw. nach der natürlichen Zeit in den Sommerzeitmonaten halb 6 ist.

Jaja, ich bin nicht mehr berufstätig und könnte ausschlafen.
Könnte ich.
Wenn mein Körper sich nicht derartige Kapriziositäten zugelegt hätte, die mich zu einem stringenten Morgenrhythmus zwingen. Weil sonst der ganze Tag durcheinandergeriete. Aber in dieser einen Nacht habe ich es mir gegönnt, meinen eigentlich zu mir gehörenden Nachteulenrhythms auszuleben.
Und dann eben trotzdem ausgeruht am nächsten Morgen wach zu werden.

Seit dem letzten Sonntag, also seit gestern 🙃, erfreue ich mich immer wieder aufs Neue dem stimmigen Gefühl, das mich beim Blick auf die Uhr erfüllt. Anstatt des monatelangen "Oh je! sooo spät ist es schon?!" spüre ich ein gelassenes "Ach, es ist wirklich erst soundsoviel Uhr…"

Da nehme ich es gerne in Kauf, dass es nun schlagartig "viel früher" dunkel wird – will sagen, ein
ganzes Stück eher im Tageslauf zwischen Aufstehen und Schlafengehen. Oder anders gesagt am Spätachmittag, statt am frühen Abend. Folgen hat das in meinem Dasein als Nicht-mehr-Berufstätige lediglich für meine nachmittäglichen Unternehmungen, oft mein Minimalbewegungsprogramm "Spaziergang durchs Dorf". Der muss nämlich dann früher am Tag stattfinden, will ich nicht im Dunkeln wandeln.

In diesem Zusammenhang der Umstellung Sommerzeit -> Normalzeit wurde mir dieser Tage wieder einmal bewusst, dass uns bedauerlicherweise nur 5 Monate Normalzeit zugestanden werden, der 7 Monaten Sommerzeit gegenüberstehen. Warum dieses Ungleichgewicht eingeführt wurde, habe ich zunächst und auf die Schnelle nicht herausfinden können. Auf all den (deutschsprachigen) Websites, die ich studiert habe, ist lediglich zu lesen, dass 1980 in der Bundesrepublik die Sommerzeit im Zuge der zeitlichen Harmonisierung, will sagen zum Wohle der Wirtschaft, innerhalb Europas eingeführt wurde.
Ausgelöst wurde der deutschsprachigen Wikipedia zufolge das Ganze durch Frankreich. Dort wurde im Gefolge der Ölpreis- und nachfolgender Wirtschaftskrise 1973ff im Jahr 1976 mit dem Argument der Energieersparnis die Sommerzeit eingeführt. Das restliche Europa folgte allmählich, aus "wirtschaftlich-politischen Erwägungen", wie der gängige Euphemismus auf vielen Sites lautet.

Die niederländischsprachige Wikipediasite, die ich zuguterletzt auch noch befragte, stellt den geschichtlichen Verlauf der Wiedereinführung von Sommerzeit in Europa nach der Ölkrise 1973 etwas anders dar:
Spanien und Albanien waren 1974 die ersten. 1975 folgten Griechenland en Zypern. Dann Frankreich 1976, Niederlande, Belgin, Luxemburg, Portugal und Polen in 1977, die Tschechoslowakei, Bulgarien und Rumänien 1979. Dann die Bundesrepublik 1980 (wobei der Autor hier der Meinung ist, dass es zwischen der BRD und der DDR Absprachen darüber gegeben habe; der Autor der deutschsprachigen Wikipediasite schreibt dahingegen, dass die DDR ohne mit der BRD darüber irgendetwas ausgetauscht zu haben vorpreschte und die Einführung ab 1980 deklarierte, woraufhin die BRD nachhoppelte). Auch Österreich, Dänemark, Ungarn, Norwegen und Schweden zogen in jenem Jahr mit. 1981 folgte die UdSSR, Finnland, die Schweiz und Liechtenstein, und 1983 Jugoslawien. Das letzte Land in Europa, das sich der Sommerzeitregelung anschloss, war 1985 Andorra.

Von 1980 bis 1995 herrschte also auf Deutschlands Uhren vom letzten Sonntag im März bis zum letzten Sonntag im September Sommerzeit und den Rest des Jahres – 6 Monate – Normalzeit.

In den Niederlanden war die Einteilung geringfügig anders. 1977-1995 waren ab dem ersten Sonntag im April bis zum letzten Sonntag vor dem 2. Oktober die Uhren eine Stunde vorgestellt.

1996 wurde eine Europa-(sprich: EU-)einheitliche Regelung geschaffen und gleichzeitig die um einen Monat verlängerte Sommerzeit eingeführt. Ab da wurden die Uhren erst in der Nacht zum letzten Oktobersonntag auf die Normalzeit zurückgestellt. Übrigens – so weiß die niederländischsprachige Wikipedia zu berichten – um Europa an die Regelung Groß Britanniens anzupassen.

Überhaupt steht auf der niederländischsprachigen Wikipediasite ein vollkommen anderer Text als auf der deutschsprachigen. So werden beispielsweise die gesundheitlichen Aspekte der Umstellung auf Sommerzeit ausführlich beleuchtet und zahlreiche Untersuchungen zitiert, die belegen, dass es der Gesundheit abträglich ist, wenn eine nicht-natürliche Zeit gewählt wird.

Durch den niederländischen Wikipedia-Artikel habe ich auch gelernt, dass bis 1940 die Niederlande nach Amsterdamer Zeit lebten, die zwischen den uns heute bekannten Zeitzonen liegt, nämlich Greenwich-Zeit plus 20 Minuten. Die deutsche Besatzung zwang ab jenem Kriegsjahr die Niederländer zur Uhrenumstellung auf MEZ (= Greenwichzeit plus 1 Stunde). MEZ wurde nach Kriegsende dann allerdings beibehalten.

Zurück zum Lebensgefühl in Normalzeit. Die spät im Jahr erfolgende Rückkehr zur MEZ hat, wie erwähnt, zur Folge, dass plötzlich die abendliche Dunkelheit zu spätnachmittäglicher anstatt frühabendlicher Stunde eintritt. Dadurch stellt sich für mich ein ganz anderes Vorgefühl des kommenden Winters ein, die Erinnerung an die langen Abende schiebt sich sehr ins Bewusstsein. Genauso wie auch die Tatsache, dass in weniger als 2 Monaten Weihnachten sein wird.

Ohje.
Danach ist mir nun noch überhaupt nicht. Aber es hilft ja alles nichts, man muss den Tatsachen ins Auge sehen.
Hektik will sich einstellen, weil ich umgehend an zu schreibende Weihnachtspost denke und an zu besorgende Geschenke und daran, dass ich zur Zeit weder Lust habe, Weihnachtskarten zu kaufen (in den Niederlanden eigentlich ein Muss; schmerzlich habe ich gelernt, dass mein 'natürlicher' Weihnachtskartenkaufmoment Anfang Dezember hier viel zu spät ist, dann ist der Großteil des Sortiments schlichtweg bereits verkauft, weil hier eifrig die ersten Weihnachtskarten zum 1. Advent versendet werden) noch über Ideen für Geschenke verfüge. Doch diese Hektik schicke ich wieder weg.
Es wird sich zu seiner Zeit schon alles finden.

Jetzt erst einmal kehre ich zurück zur inneren Ruhe. Und zur Freude am Ausgeruhtsein, weil ich wieder eine Tageseinteilung näher am Tageslichtrhythmus leben darf.

 



Im übrigen bin ich der Meinung, dass wir allesamt zur immerwährenden Normalzeit zurückkehren sollten.

Montag, 18. September 2023

Rasenmäher

Da ging was schief. Aber gründlich.

Endlich ist mein Befinden ein wenig besser.
Die Hüfte scheint nun doch so langsam genesen zu sein, meine linke Hand schmerzt nicht mehr und kann wieder völlig mittun, an der rechten Hand scheint die Haut da, wo im Dezember die Verbrennung war, sich weitestgehend wiederhergestellt zu haben.
Ich kann mich wieder einigermaßen selbstverständlich bewegen und auch wieder länger spazierengehen.
Die glutenfreie Ernährung kann ich allmählich wieder aufgeben und darf mich auf den echten Brotgeschmack und auf den Geschmack von 'echten' Nudeln freuen.

Und dann das.

Seit mehr als einem Jahr hatte ich mein Haar wachsen lassen. Es war zu einer stattlichen Löwenmähne geworden, deren Fülle und Lebenskraft mich bei jedem Blick in den Spiegel und auch durch das bloße Spüren jeden Tag aufs Neue erfreute. Im Spiegel fand ich mich so schön wie kaum jemals zuvor in meinem Leben. Ich hätte mich in mich selbst verlieben können.
Und ich fühlte mich enorm fraulich mit dieser auch noch naturgewellten Haarfülle.

Nach all den Monaten war inzwischen das Haar im Nacken ein wenig zu lang geworden, und ich hatte einen Termin bei meiner vertrauten Friseurin im Nachbarort gemacht. Zu ihr gehe ich schon Jahre, und immer mit sehr erfreulichem Ergebnis.

Im Kopf hatte ich, die Gesamtlänge etwas kürzen zu lassen, so dass sie ein wenig länger als kinnlang sein würde, sowie gesichtsumrahmend die Seiten ein wenig gestuft, damit der fluffig-füllige Fall rund ums Gesicht erhalten bliebe.

Und dann passierte es. Ein gewaltiges sprachliches Missverständnis.
Zum ersten Mal seit Jahren, oder vielleicht überhaupt, hatte ich offenbar so sehr die verkehrten Worte im Niederländischen gewählt, dass mein Gegenüber komplett nicht begriff, was ich hatte ausdrücken wollen, dabei allerdings meinte, mich gut verstanden zu haben.

Da ich als Brillenträgerin ohne Brille auf der Nase (Brille stört nämlich beim Haareschneiden) im Spiegel sowieso nichts sehe, habe ich mir schon vor Jahrzehnten angewöhnt, während des Tuns meiner vertrauten Haarkünstler die Augen zu schließen. Denn noch nie hatte ich erlebt, dass ich hinterher mit dem Ergebnis ihres Tun nicht einverstanden war. So saß ich auch diesmal vertrauensvoll mit geschlossenen Augen im gemütlichen Stuhl. Die Friseurin schnippelte, wir unterhielten uns, ab und an nippte ich an meinem Tee, ohne allerdings in den Spiegel zu schauen.
Und das zukünftige Drama nahm seinen Lauf.
Etwas alarmiert war ich, als ich unerwartet das "schrapp-schrapp-schrapp" eines Rasiermessers hörte und die Hände relativ am Oberkopf Haare kürzen fühlte. Ich öffnete die Augen, um zu sehen, was sie da treibe, und schon sagte die Friseurin: so, ich hab's.

Mir wurde ganz komisch. Der Kopf fühlte sich merkwürdig leicht an. Das Gewicht meiner ganzen Haare war irgendwie weg. Als erstes sah ich, dass das Haar an der Seite ausgedünnt war. Die Länge schien auf den ersten Blick noch o.k. Dann wies die Friseurin ganz stolz auf den Hinterkopf. Darauf habe sie heute besondere Sorgfalt verwendet. Und zeigte mir das Ergebnis im Spiegel. Jetzt begriff ich, warum sich alles so leicht anfühlte.
Ich wurde beinahe ohnmächtig: da war eine mittellange Kurzhaarfrisur draus geworden!
Der ganze Hinterkopf abgestuft und ausgedünnt! Das Haar fiel sehr schön – wenn man denn eine solche Kurzhaarfrisur hätte haben wollen.
 

Foto: Pixabay
 

 

 

 

 

 

 

Weg war meine wundervolle Löwenmähne.

Einfach abgeschnitten.
Alles ausgedünnt noch dazu.

Mir hatte es komplett die Sprache verschlagen. Da ich bislang ein phantastisches Verhältnis mit dieser Friseurin hatte und es sich hier nur um ein schauriges, sprachliches Missverständnis handeln konnte, murmelte ich – innerlich erbleicht und erstarrt – irgendwas von: das ist aber jetzt eher eine Kurzhaarfrisur geworden…. naja, wächst wieder… und zahlte meinen hier in diesen Breiten gottseidank enorm erschwinglichen Obulus.

Die eigentliche Herausforderung begann natürlich jetzt erst.
Ich musste mit dem leben, was da auf meinem Kopf angerichtet worden war. Absolut gesehen, war es durchaus eine ansehnliche Frisur, halt bloß weit von dem entfernt, was meinem derzeitigen Selbstbild entsprach. Mir war zum Heulen.

Die nächsten Tage wurde mir jedes Mal schlecht, wenn ich mich im Spiegel sah. Oder wenn ich mit den Händen durch meine Haare fuhr und immer wieder neu des Nicht-Mehr-Vorhandenen gewahr wurde.

Was für eine Aufgabe hatte sich da für mich aufgetan.

Fragen wie:
Woraus beziehe ich eigentlich Selbstwert?
Was ist im Augenblick für mich Fraulichkeit?
Wer bin ich, wenn der Stolz auf Äußerliches wegfällt?

Abbildung: Pixabay

Schon nach kurzem Nachdenken war mir vollkommen klar, dass das Ganze eine heftige Übung im Umgang mit dem allseits geliebten Ego war, die mir hier ins Leben gestellt wurde.
Mein Aussehen war ja nicht einmal wirklich beeinträchtigt. Mir war nur das wieder genommen worden, das mir in den letzten Monaten zum unerwarteten und bislang unbekannten Quell von Selbstwertgefühl geworden war.
Mein Wesenskern war von dem allem ja nicht berührt.

Je ausführlicher ich mich mit diesen Dingen befasste, desto ruhiger wurde ich.
Innere Stille kehrte wieder ein.
In wechselnder Stabilität und Intensität, aber doch. Ab und zu unterbrochen durch plötzliche Einbrüche, bei denen ich angesichts meines Ebenbildes im Spiegel in Tränen hätte ausbrechen können. Eine echte Herausforderung, mir meines Selbst-Wertes anders bewusst zu werden.

"Ganz viel von dem Weg ins Erwachte Bewusstsein ist Dekonstruktion."
(Melanie Rentmeister im youtube-Video um den 5. August herum)

Offenbar hatte das so sein müssen. Diese Erfahrungen und Be-Denkungen, Emotionen und Reflexionen waren wohl gerade 'dran' für mich. Ich habe daran eine Menge begriffen.

Abbildung: Pixabay
Inzwischen sind wir fünf Wochen weiter. Die Haare sind wieder etwas gewachsen, allmählich ist wieder
eine Ahnung zukünftiger Fülle wahr zu nehmen. Das Ganze sieht jedoch noch sehr ausgefranst aus.
Das Haar darf noch eine ganze Weile weiterwachsen, bis ich wieder - und dann wirklich nur dafür! -  zum Spitzen schneiden gehe.

Diesmal mit ganz klarer Ansage.

Mit meiner Friseurin hatte ich ein paar Tage nach dem Verständnis-und-Schnippel-Unfall Kontakt aufgenommen und das Ganze kommuniziert. Beim nächsten Mal werden wir beide sehr, sehr aufmerksam sein.

Aber dennoch vertrauensvoll.

Montag, 14. November 2022

Mensch


Gestern im Gespräch mit einer lieben Online-Freundin kam der folgende Wortwechsel, den ich vor langer Zeit zum ersten Mal gehört und halb wieder vergessen hatte, noch einmal zur Sprache:

Begegnen sich zwei Planeten auf ihrem Weg durch die Weiten des Raumes.
"Hallo, schön Dich zu treffen!" sagt der eine, "lange nicht gesehen. Wie geht es Dir?"
"Ohje, ohje…", lautet die Antwort, begleitet von einem säuerlichen Gesicht, "gar nicht gut! Ich hab Mensch!!!"
"Ach," entgegnet der erste, "mach Dir nix draus. Das geht vorbei."

 

Ganz schön bitter.
Aber in diesen Zeiten leider so, so passend.
So bitter ist es mir oft genug zumute in diesen Wochen.
Es fällt mir zur Zeit ganz schön schwer, in all dem, was um uns herum passiert, noch positiv zu bleiben.

Und darum wird dies heut auch ein ganz kurzer Blog.

Er schließt mit diesem Hoffnungsschimmer, den ich gerade geschenkt erhielt.
Eine andere Online-Freundin hat ihn in unserer Chatgruppe geteilt.
Ein sechsjähriges Kind im Gespräch mit seinem Vater, vielleicht über etwas, das demnächst in seinem Leben ansteht. Oder es drückt einen Änderungswunsch aus:

 

 
"Papa?...!"
"Ja, mein Schatz, was gibt es?"
"Papa, ich will auf die Lampenschule!"
"So. Warum denn? Was lernt man denn da?
"Ist doch ganz einfach! Man lernt zu strahlen und zu leuchten."

 

 

 

 Auf, lasst uns eine, zwei, viele...... Lampenschulen sein!

 

Abbildungsnachweis mit Dank für die wunderbaren Gratis-Bilder:
Abbildung 1:Image by
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Abbildung 2 Image by
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Abbildung 2 Image by
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Montag, 31. Oktober 2022

Schreibhemmung


 

 

 

 

Seit gestern leben wir endlich wieder in der Normalzeit, dem Uhrzeitsystem, das man besser "biologische Zeit" nennen sollte, weil in ihm der mittägliche Sonnenstand am besten passt zu der Zeit, die auf der Uhr angezeigt ist, d.h. 12 Uhr mittags auch am dichtesten beim höchsten Sonnenstand ist.

Soll ich jetzt zum sechsten Mal seit Beginn dieses Blogs über die Zeitumstellung schreiben? habe ich mich im Lauf des Tages gefragt. Und zum dritten Mal darüber reflektieren, was für eine Entspannung es bedeutet, endlich wieder die Parallelität zu fühlen zwischen meiner inneren Uhr - die sich viel mehr an den Lichtverhältnissen orientiert - und der äußeren Uhrzeit? Zum dritten Mal darüber schreiben, dass endlich das Gefühl wieder vorbei ist, andauernd zu spät zu sein bzw. wer weiß wie oft, vor allem nachmittags und abends zu denken: "Wie bitte? So spät ist es schon???"

Nein, danach war mir nicht zumute. Dazu kommt, dass ich gestern zwar wohlgemut und ausgeruht aufgestanden bin, im vollen Wohlgefühl der zurückgekehten biologischen Zeit, dass mir aber dann im Lauf des Tages eines meiner chronischen Symptome derartig die Petersilie verhagelt hat, dass ich das neue alte Zeitgefühl gar nicht richtig genießen konnte.

Also kein Blogbeitrag mit dem Titel, den ich schon tagelang im Kopf hatte: "Wer hat an der Uhr gedreht?" !

Auch ansonsten sieht Vieles nicht rosig aus. Der Zustand der Welt ist gruselig.
Das bekomme ich trotz weiterhin eifrigen Nachrichtenfastens natürlich mit. Man verschließt ja nicht Augen und Ohren, sondern filtert nur sehr bewusst, was man zu sich hereinlässt.
Das ist noch genug Unschönes.
Aber darüber möchte ich nicht schreiben.

"Reisetagebuch über eine besondere Zeit" habe ich diesen Blog als Ganzes überschrieben. Damals dachte ich noch, dass es sich um eine vorübergehende Krisenphase handeln würde, was wir da mit dem großen "C" durchmachen. Inzwischen sind wir in einer Art Dauerkrise gelandet, bei der ein Drama das andere ablöst bzw. zu den anderen dazukommt.
Dass dies alles nur anzeigt, dass alles sich im kompletten Umbruch befindet, hat sich wahrscheinlich nun auch dem letzten Träumer irgendwo im Hinterwäldlerischen vermittelt.

Das ermüdet. So sehr.

Manchmal habe ich einfach keine Lust mehr auf diese Reise durch unsere besondere Zeit.

Bin matt.
Erschöpft.
Will zurück nach Hause.
Will sagen: zurück in die Zeit vor dem 31.12.2019, wo das Leben noch wohlig, geordnet und mit einer einigermaßen angenehmen Zukunft erschien.

Es fällt mir nichts Interessantes mehr ein, über das ich schreiben könnte. Innerlich….. ein leeres Blatt, für das sich jetzt keine schöne, beflügelnde, inspirierende Befüllung einstellt.

Und so lasse ich mich für heute an den Wegesrand sinken, suche mir dafür aber immerhin einen dicken Stein, auf dem ich sitzen kann (ha! so ganz egal ist mir alles also doch nicht!).

Phhhhh – Tief ausatmen. Nichts tun. Nichts schreiben.
Jetzt nur noch die Gedankenmühle anhalten!

Da das nicht so gelingen will, schnappe ich mir ein Buch, das allerdings unter anderem AUCH unsere menschheitliche Gesamtsituation spiegelt. Trotzdem, es ist eine zauberhafte Feenwelt, in die ich da eintauchen kann. Und das tue ich dann auch.
Infos zum Buch?
Klicke auf das Foto.

Montag, 29. August 2022

Frosch hat recht

Abbildung gefunden auf Pinterest

 

 

 

 

 

 

 

 


Gestern hatten wir auf der Vernetzungsplattform liebevoll.jetzt ein wunderbares Gespräch im kleinen
Kreis.
Das Online-Café war wegen Krankheit der Einladenden ausgefallen, aber auf Initiative einer Teilnehmerin fanden sich doch ein paar Menschen in einem Zoom-Raum zusammen.

Diese Runde war intensiv und tat richtig gut.

Momentan läuft Vieles enorm unrund. Alles ist anstrengend. Eigentlich zuviel. Das Gefühl, die Kraft reicht nicht mehr, stellt sich oft ein. Die Umstände sind nicht rosig. Die Aussichten auch nicht, wenn man die täglichen Nachrichten verfolgt. Ich will das hier gar nicht alles ausführen, es ist ungemütlich genug und kann auf jedem Nachrichtenportal ausführlich studiert werden.

Jeder von uns berichtete, womit sie oder er gerade besonders ringt. Gemeinsam dachten wir über Bewältigungsstrategien nach. Muss man erwachsener werden? Oder sind wir alle viel zu erwachsen?

Irgendwann erinnerte sich eine der Teilnehmerinnen an dieses Bild des wunderbaren und liebenswerten Kermit.

Lachen und erleichtertes Seufzen.
Recht hat er.
Punkt.

Viel gelesen