Mitte März bis 10. April 2020 täglich. Ab 11. April 2020 erscheinen die Beiträge jeden zweiten Tag. Ab Montag, 22. Juni 2020 immer Montag und Donnerstag abends. Ab Montag, 13. Dezember 2021 am Montagabend nach 22 Uhr.


Posts mit dem Label Vertrauen werden angezeigt. Alle Posts anzeigen
Posts mit dem Label Vertrauen werden angezeigt. Alle Posts anzeigen

Montag, 11. Dezember 2023

Segensworte

Diesen Adventskalender "Weihnachten in Bethlehem" kann man hier bestellen
Der Adventskalender von Andreas Goldemann https://andreasgoldemann.com/, de facto eine tägliche, kleine, feine e-mail mit einem spirituellen Text oder Link, ist ein wahrer Schatz an Impulsen und Inspirationen. Schon so manches fand ich in den letzten Tagen in meinem Postfach, das des Teilens wert ist. Ganz besonders berührt hat mich der Text mexikanischer Segensworte, der Fama nach aus dem 7. Jahrhundert und im Original in Nahuatl (der Sprache der Atzteken und verwandter Nahua-Völker) gesprochen und irgendwann aufgeschrieben, den Andreas gestern zum 2. Advent geteilt hat. Persönlich fühle ich es zwar auch als Segnung, jedoch ebenfalls als eine Art Freisprechung.

Der Text kursiert zahlreich im Internet. Mich hat er so berührt, dass auch ich mich in die Kette derer einreihe, die ihn um die Welt schicken.

Den Text laut zu lesen kann die Intensität verstärken.

Ich befreie meine Eltern von dem Gefühl,
dass sie mit mir versagt haben.

Ich befreie meine Kinder von der Notwendigkeit,
mich stolz machen zu müssen.

Mögen sie ihre eigenen Wege nach Herzenslust gehen.
Mögen sie ihren Instinkten folgen und so ihre Träume verwirklichen.

Ich entbinde meinen Partner von der Verpflichtung,
mich zu vervollständigen.
Mir fehlt nichts, ich lerne die ganze Zeit mit allen Wesen.

Ich danke meinen Großeltern und meinen Vorfahren,
die zusammengekommen sind,
damit ich heute das Leben atmen kann.

Ich befreie sie von früheren Versagen und unvollendeten Wünschen, wissend, dass sie ihr Bestes getan haben,
um ihre Lebensumstände in bester Art und Weise zu tragen,
wie es ihnen möglich war.

Ich ehre sie, liebe sie und erkenne sie als frei von aller Schuld an.

Ich ziehe meine Seele vor ihren Augen aus, deshalb wissen sie, dass ich nichts mehr verstecke oder schulde,
als mir selbst und meiner eigenen Existenz treu zu sein,
indem ich der Weisheit meines Herzens folge.

Ich erfülle meinen Lebensplan frei von familiärer Loyalität.

Ich weiss, dass mein Friede und mein Glück
in meiner eigenen Verantwortung liegen.

Ich verzichte auf die Rolle des Retters, derjenige zu sein,
der die Erwartungen anderer vereint oder erfüllt.

Indem ich durch und nur durch Liebe lerne,
ehre ich meine Essenz und segne mein Wesen und meine Ausdrucksweise,
auch wenn man mich vielleicht nicht versteht.

Ich verstehe mich, weil nur ich meine Geschichte gelebt
und erlebt habe.

Weil ich mich selbst kenne, weiß ich wer ich bin,
was ich fühle, was ich tue und warum ich es tue.

Ich ehre mich, ich liebe mich
und erkenne mich als frei von Schuld an.

Ich ehre dich, ich liebe dich
und erkenne dich als frei von Schuld an.

Ich ehre die Göttlichkeit in mir und in dir.

Wir sind frei …

Und so ist es.


 

PS:
Hier noch ein Link zu einem Mantra-Gesang, den Andreas am 3. Dezember geteilt hat. Ich habe ihn nicht nur anghört, sondern auch mitgesungen (die zauberhafte Stimme der Sängerin hat mich wunderbar mitgenommen). Tat richtig gut und beruhigte Körper, Geist und Seele.
Für mich als Spät-68erin kam noch ein gewisser, bezaubernder Zeitmaschinen-Effekt dazu.

Die Musizierenden sehen aus und fühlen sich an, als seien sie direkt meiner Jung-Erwachsenenzeit in den frühen 70ern entstiegen. Dadurch wirkt das Video auf mich zusätzlich wie ein Jungbrunnen


Montag, 25. September 2023

Herbst-zeitlos?

Abbildung: Florian Pircher auf pixabay.com

Kaum nähern sich die weniger warmen Tage, ertönt schon wieder das erste Panikgeschrei in den Medien. Die Angst vor neuen Varianten wird fröhlich geschürt. Vergangenes Jahr passierte im September das Gleiche, und schon damals schrieb ich, dass ich es satt habe. Sowas von.

Ja.
Genau.

Zur Zeit sieht es nun so aus:

Die ersten Altenheime in Deutschland verhängen bereits wieder Besuchsverbote. In Israel will die Regierung die PCR Zwangstests in den Krankenhäusern, vorerst nur auf den internistischen Stationen, wieder einführen. Bislang wehren sich die Kliniken: zu personalintensiv, das Personal wird von anderen, viel wichtigeren Aufgaben abgehalten, und es bringt überhaupt nichts. (Jerusalem Post vom 4.September und die Dachorganisation Israelischer Krankenhäuser ). Und offenbar rührt auch die Bildzeitung wieder kräftig die Trommel. Hier in den Niederlanden wird darüber nachgedacht, den "Pieks" genauso Standard werden zu lassen wie die Grippeimpfung.

Gestern habe ich noch im Vorbeigehen gelesen, dass die Uni-Klinik in Frankfurt wieder Maskenzwang eingeführt hat.

Besorgnis wird wieder allenthalben und immer lautstärker geäußert.
Als ob man aus allen Erfahrungen der letzten drei Jahre nichts gelernt habe.

Es ist normal, dass in der kühleren Jahreszeit die Zahl der Atemwegserkrankungen zunimmt. Es ist normal, dass Viren mutieren. Es ist normal, dass unser Abwehrsystem sich daran anpasst. Das alles gehört zum Leben. Kein Grund für irgendeine Panik.

 

Man sollte jetzt von offizieller Seite und in den Medien verstärkt die Menschen auffordern, alles ihnen Mögliche zu tun, ihre Immunkraft zu stärken. Das wäre doch mal ein gutes, allherbstliches Ritual. Wie man die Immunkraft stärken kann, ist mehr als bekannt. Ich werde die Rezepte hier nicht wiederholen.


Zur Stärkung der Immunkraft gehört auch eine entsprechende innere Verfassung.

Andreas Goldemann, dessen Healing Sounds ich sehr schätzen gelernt habe, stellt uns eine einfache Möglichkeit der Unterstützung zur Verfügung. Die Sounds tun sowieso gut, und ich höre sie oft mittags beim Vorbereiten unseres Lunch. Wer über diese Sounds mehr wissen will, kann auf youtube die einleitenden Videos Teil I und Teil II zu den Sounds ansehen.

Die Konzentration auf was Deepak Chopra "divine emotions" nennt - Liebe, Dankbarkeit, Mitgefühl, Freude, Gelassenheit - stärkt auch. Übrigens auch in den Momenten, in denen man all diesen oben kurz umrissenen Zirkus gründlich satt hat.
Für mich selbst sind da zur Zeit auch die kurzen Meditationen von Joe Dispenza zu den Themen Dankbarkeit, Freude, Inspi-ration, Kraft, Veränderung und Flow wich-tige Begleiter. Kleine 15-Minuten-Juwelen in der Reihe "Erzeuge Deine Energie", die das Potential in sich haben, die aktuelle innere Verfassung wieder geradezurücken. Die meines Wissens kostengünstigste Möglichkeit, sie zu hören, ist mit Audible, käuflich zu erwerben z.B. via Amazon.

Es ist – wieder einmal so wichtig wie nur was, sich selbst treu zu bleiben.
Angst- und Panikmache an sich ablaufen zu lassen.
Nicht umsonst hat mich wohl gerade in diesen Wochen die Aussage von Daniele Ganser zu seinen inneren Leitsternen so sehr berührt. Für mich ist es auf jeden Fall wertvoll, sie mir nun noch einmal bewusst zumachen. 

Vielleicht für Dich auch.

Montag, 18. September 2023

Rasenmäher

Da ging was schief. Aber gründlich.

Endlich ist mein Befinden ein wenig besser.
Die Hüfte scheint nun doch so langsam genesen zu sein, meine linke Hand schmerzt nicht mehr und kann wieder völlig mittun, an der rechten Hand scheint die Haut da, wo im Dezember die Verbrennung war, sich weitestgehend wiederhergestellt zu haben.
Ich kann mich wieder einigermaßen selbstverständlich bewegen und auch wieder länger spazierengehen.
Die glutenfreie Ernährung kann ich allmählich wieder aufgeben und darf mich auf den echten Brotgeschmack und auf den Geschmack von 'echten' Nudeln freuen.

Und dann das.

Seit mehr als einem Jahr hatte ich mein Haar wachsen lassen. Es war zu einer stattlichen Löwenmähne geworden, deren Fülle und Lebenskraft mich bei jedem Blick in den Spiegel und auch durch das bloße Spüren jeden Tag aufs Neue erfreute. Im Spiegel fand ich mich so schön wie kaum jemals zuvor in meinem Leben. Ich hätte mich in mich selbst verlieben können.
Und ich fühlte mich enorm fraulich mit dieser auch noch naturgewellten Haarfülle.

Nach all den Monaten war inzwischen das Haar im Nacken ein wenig zu lang geworden, und ich hatte einen Termin bei meiner vertrauten Friseurin im Nachbarort gemacht. Zu ihr gehe ich schon Jahre, und immer mit sehr erfreulichem Ergebnis.

Im Kopf hatte ich, die Gesamtlänge etwas kürzen zu lassen, so dass sie ein wenig länger als kinnlang sein würde, sowie gesichtsumrahmend die Seiten ein wenig gestuft, damit der fluffig-füllige Fall rund ums Gesicht erhalten bliebe.

Und dann passierte es. Ein gewaltiges sprachliches Missverständnis.
Zum ersten Mal seit Jahren, oder vielleicht überhaupt, hatte ich offenbar so sehr die verkehrten Worte im Niederländischen gewählt, dass mein Gegenüber komplett nicht begriff, was ich hatte ausdrücken wollen, dabei allerdings meinte, mich gut verstanden zu haben.

Da ich als Brillenträgerin ohne Brille auf der Nase (Brille stört nämlich beim Haareschneiden) im Spiegel sowieso nichts sehe, habe ich mir schon vor Jahrzehnten angewöhnt, während des Tuns meiner vertrauten Haarkünstler die Augen zu schließen. Denn noch nie hatte ich erlebt, dass ich hinterher mit dem Ergebnis ihres Tun nicht einverstanden war. So saß ich auch diesmal vertrauensvoll mit geschlossenen Augen im gemütlichen Stuhl. Die Friseurin schnippelte, wir unterhielten uns, ab und an nippte ich an meinem Tee, ohne allerdings in den Spiegel zu schauen.
Und das zukünftige Drama nahm seinen Lauf.
Etwas alarmiert war ich, als ich unerwartet das "schrapp-schrapp-schrapp" eines Rasiermessers hörte und die Hände relativ am Oberkopf Haare kürzen fühlte. Ich öffnete die Augen, um zu sehen, was sie da treibe, und schon sagte die Friseurin: so, ich hab's.

Mir wurde ganz komisch. Der Kopf fühlte sich merkwürdig leicht an. Das Gewicht meiner ganzen Haare war irgendwie weg. Als erstes sah ich, dass das Haar an der Seite ausgedünnt war. Die Länge schien auf den ersten Blick noch o.k. Dann wies die Friseurin ganz stolz auf den Hinterkopf. Darauf habe sie heute besondere Sorgfalt verwendet. Und zeigte mir das Ergebnis im Spiegel. Jetzt begriff ich, warum sich alles so leicht anfühlte.
Ich wurde beinahe ohnmächtig: da war eine mittellange Kurzhaarfrisur draus geworden!
Der ganze Hinterkopf abgestuft und ausgedünnt! Das Haar fiel sehr schön – wenn man denn eine solche Kurzhaarfrisur hätte haben wollen.
 

Foto: Pixabay
 

 

 

 

 

 

 

Weg war meine wundervolle Löwenmähne.

Einfach abgeschnitten.
Alles ausgedünnt noch dazu.

Mir hatte es komplett die Sprache verschlagen. Da ich bislang ein phantastisches Verhältnis mit dieser Friseurin hatte und es sich hier nur um ein schauriges, sprachliches Missverständnis handeln konnte, murmelte ich – innerlich erbleicht und erstarrt – irgendwas von: das ist aber jetzt eher eine Kurzhaarfrisur geworden…. naja, wächst wieder… und zahlte meinen hier in diesen Breiten gottseidank enorm erschwinglichen Obulus.

Die eigentliche Herausforderung begann natürlich jetzt erst.
Ich musste mit dem leben, was da auf meinem Kopf angerichtet worden war. Absolut gesehen, war es durchaus eine ansehnliche Frisur, halt bloß weit von dem entfernt, was meinem derzeitigen Selbstbild entsprach. Mir war zum Heulen.

Die nächsten Tage wurde mir jedes Mal schlecht, wenn ich mich im Spiegel sah. Oder wenn ich mit den Händen durch meine Haare fuhr und immer wieder neu des Nicht-Mehr-Vorhandenen gewahr wurde.

Was für eine Aufgabe hatte sich da für mich aufgetan.

Fragen wie:
Woraus beziehe ich eigentlich Selbstwert?
Was ist im Augenblick für mich Fraulichkeit?
Wer bin ich, wenn der Stolz auf Äußerliches wegfällt?

Abbildung: Pixabay

Schon nach kurzem Nachdenken war mir vollkommen klar, dass das Ganze eine heftige Übung im Umgang mit dem allseits geliebten Ego war, die mir hier ins Leben gestellt wurde.
Mein Aussehen war ja nicht einmal wirklich beeinträchtigt. Mir war nur das wieder genommen worden, das mir in den letzten Monaten zum unerwarteten und bislang unbekannten Quell von Selbstwertgefühl geworden war.
Mein Wesenskern war von dem allem ja nicht berührt.

Je ausführlicher ich mich mit diesen Dingen befasste, desto ruhiger wurde ich.
Innere Stille kehrte wieder ein.
In wechselnder Stabilität und Intensität, aber doch. Ab und zu unterbrochen durch plötzliche Einbrüche, bei denen ich angesichts meines Ebenbildes im Spiegel in Tränen hätte ausbrechen können. Eine echte Herausforderung, mir meines Selbst-Wertes anders bewusst zu werden.

"Ganz viel von dem Weg ins Erwachte Bewusstsein ist Dekonstruktion."
(Melanie Rentmeister im youtube-Video um den 5. August herum)

Offenbar hatte das so sein müssen. Diese Erfahrungen und Be-Denkungen, Emotionen und Reflexionen waren wohl gerade 'dran' für mich. Ich habe daran eine Menge begriffen.

Abbildung: Pixabay
Inzwischen sind wir fünf Wochen weiter. Die Haare sind wieder etwas gewachsen, allmählich ist wieder
eine Ahnung zukünftiger Fülle wahr zu nehmen. Das Ganze sieht jedoch noch sehr ausgefranst aus.
Das Haar darf noch eine ganze Weile weiterwachsen, bis ich wieder - und dann wirklich nur dafür! -  zum Spitzen schneiden gehe.

Diesmal mit ganz klarer Ansage.

Mit meiner Friseurin hatte ich ein paar Tage nach dem Verständnis-und-Schnippel-Unfall Kontakt aufgenommen und das Ganze kommuniziert. Beim nächsten Mal werden wir beide sehr, sehr aufmerksam sein.

Aber dennoch vertrauensvoll.

Montag, 21. November 2022

Widerstand

Momentan wird man geradezu überschüttet mit Online-Kongressen und Videos voller Ideen und
Hinweise, um gut und möglichst positiv, hoch schwingend und unbeschadet durch diese Zeiten des Großen Wandels zu kommen. Tips, Tips, Tips… und auch in diesem Blog habe ich ja schon einige davon thematisiert und aufgenommen.

Irgendwie ist dieser ganze Prozess, in dem das Unterste zuoberst gekehrt wird, so anstrengend und verunsichernd, so ermüdend auch, dass die Sehnsucht nach 'Hilfe' oder 'Begleitung' immer wieder zum Vorschein kommt und dann auf diese Angebote reagiert.

Gestern nun hat Steffen Lohrer, an dessen (virtueller) Heilmeditationsgruppe ich seit Mitte 2020 teilnehme, als Impuls für die sonntägliche Meditation den Link zu einem Video geteilt, in dem es um das 'Annehmen' und um das 'Nichtbewerten' geht. Laut buddhistischer Lehre hört Leiden dann auf, wenn wir aufhören, uns innerlich dem zu widersetzen, was geschehen ist, was als Situation in unser Leben gekommen ist: "Es ist so wie es ist, und ich mache das beste daraus." ist die anzustrebende Haltung. Ohne inneren Protest gegen das, was sowieso bereits geschehen ist, ins angemessene Handeln kommen.

Jens Corssen stellt in seinem Video eine tägliche Morgenübung vor, die dabei helfen soll, in diese Haltung zu kommen. Im Grunde geht es darum, jeden Tag mit all dem, was er bringt, aktiv zu wählen. Auf diese Weise an zu nehmen.

Die Übung besteht darin, dass man sich morgens nach dem Aufstehen auf einen Stuhl stellt – hiermit hebt man sich symbolisch aus dem Alltagsbewusstsein auf eine Art Meta-Ebene, gibt sich eine andere Perspektive – und dann mit der Namasté-Geste und einer kleinen Verbeugung den Tag begrüßt.
Danach spricht man die folgenden Sätze:

"Willkommen Tag!"
"Ich erwähle Dich mit allem, was Du bringst."
"Ich bin ein wachsamer Selbstentwickler. Ich wachse an den Situationen des Lebens."

Schon die Vorstellung, dies zu tun, rief beim Schauen des Videos jede Menge Widerstand in mir hervor. Will ich überhaupt alles willkommen heißen, was der Tag mir bringt, was mir begegnet???
Viele Situationen, die ich alltäglich mitmache, sind alles andere als schön, alles andere als angenehm. Sie sind im Gegenteil unangenehm, schmerzhaft, beängstigend, schier meine Kräfte übersteigend, übermäßig herausfordernd - eben: unwillkommen. Oder?

Das lässt mich innerlich aufhorchen.
Etwas in mir sträubt  sich mit Händen und Füßen gegen die Übung. Ein bisschen so, wie damals, als mein Vater angesichts irgendeiner Veränderung, die unverrückbar in mein etwa 10- oder 12-jähriges Kinderleben getreten war, sagte: "Iela, solche Sachen passieren. Das wussten schon die alten Griechen: Panta rei - alles fließt."

Damals stampfte ich mit dem Fuß auf und schrie ihn an: "Ich will aber nicht, dass alles fließt!!!"

Ja, Herr Corssens, Sie haben den Finger auf die richtige Stelle gelegt.
Hier liegt eine Aufgabe.
Schneller als alle Hinweise aus der spirituellen Ecke hat diese Übung, die so unschuldig daher kommt, bereits beim bloßen Gedanken daran sie zu tun, mich selbst wieder auf den Punkt gebracht.
Hier geht es also drum.
Hat mich gestern Abend sehr ins Grübeln und Sinnieren gebracht.

Heute morgen habe ich die Übung zum ersten Mal gemacht.
Es war mir dabei ein bisschen unheimlich.

Sicherheitshalber 😉 habe ich die Morgenmeditation von Sonja Ariel vonStaden daran angeschlossen, in der das Ganze positiver manifestiert wird.  Hierbei öffnet man sich in einem bestimmten Moment gegenüber der Quelle, mit nach oben ausgebreiteten Armen und sagt innerlich:

"O.k.! Ich bin offen für alle Wunder und Geschenke dieses Tages. Ich freue mich auf alles Gute, Wahre und Schöne, das heute zu mir kommen möchte. Ich lade es ein. Und alles andere darf an mir vorbeifließen."

Später spricht sie dann noch einmal davon, dass alles, was keine Bedeutung hat, einfach abfließen darf. "Dasjenige, was Bedeutung hat, wird Dich daran erinnern, dass Du es anschaust."

Damit kann ich irgendwie besser leben.
Wobei es nur auf den ersten Blick etwas Anderes ist.

 

Abbildungsnachweis:
https://pixabay.com/users/mabelamber-1377835

https://pixabay.com/users/geralt-9301/

s/w-Foto: aus meinem Kreta-Urlaub ca. 1976

Montag, 17. Oktober 2022

Heldenreise?

Titelbild einer frühen Ausgabe des
gleichnamigen Buches von Peter Orben.
Vergriffen, antiquarisch zu bekommen.

Die soziologische Diplomarbeit, die ich mit einer Kommilitonin Anfang der 80er Jahre über ein Seminar geschrieben habe, in dem der Phantasiereisenzyklus "Die Reise des Helden" von Peter Orban durchlebt wurde, haben wir "Tanz auf dem Vulkan" betitelt. Damals, etwas über 30 Jahre alt, wussten wir nicht, worüber wir sprachen mit diesem Titel. Vulkan, das schien uns – psycho-logisch gesehen - brodelnde Lebendigkeit mit von 'der Gesellschaft' als bedrohlich eingeschätzten Elementen zu sein. Wir lebten in der Großartigkeit unserer frühen Lebensjahre und in dem Gefühl, alles, was uns begegnet, meistern zu können. Auf dem Vulkan zu tanzen hatte große Anziehungskraft, und natürlich waren wir überzeugt, dass jener uns nichts anhaben könne, wenn wir ihm nur auf die richtige Weise begegnen.

Die 70er Jahre mit ihrem Aufbruchsoptimismus (Willy Brandt: "Wir wollen mehr Demokratie wagen!") waren noch nicht lange vorbei, und der gigantische Roll-Back der jahrzehntelang anhaltenden Kohl-Ära hatte gerade erst angefangen. Was er für fatale Folgen haben sollte, war noch lange nicht zu fühlen.

Heute leben wir alle wirklich auf einem Vulkan. Und zwar einem, der ganz schwer grummelt und poltert und eklige Schwefelgaswolken ausstößt. Wohl dem, der heute noch tanzen kann!

An sich wäre nichts wichtiger, als das. Gerade angesichts der aktuellen Lage. Lebendigkeit ausdrücken und Optimismus, bei gleichzeitig vernünftiger Vorsorge ohne Panik.
Mir fällt das aktuell unsagbar schwer.

Eingefallen dazu ist mir mein eigener Blogpost vom 2. Juni 2020 über "Luthers Apfelbäumchen".  'Damals', gefühlt ein Jahrhundert weit weg und doch nur zweieinhalb Jahre her, waren wir noch ganz am Anfang der nicht enden wollenden Krisenzeit. Ach ja!
Jetzt ermutige ich mich selbst ein bisschen, indem ich den Post noch einmal lese.

Allerdings bin ich inzwischen um Einiges ausgelaugter als damals. Eben gerade durch das Nichtendenwollen der einander ablösenden Krisen, die auch noch größtenteils hausgemacht sind. Und mein Körper hat allerlei Ungemach manifestiert inzwischen, wie bei so Vielen um mich herum. Gerade die bewussteren Menschen, die weiter schauen als zum Rand des mediengetöpferten Tellers, haben es oft am schwersten.
Und trotzdem.

Wenn ich nicht gerade völlig erschöpft bin von einem dieser körperlichen Symptome, spüre ich es selbst auch. Es gibt keine Alternative zu dieser Haltung. Das Leben mit aller Kraft und mit so viel innerem Licht wie möglich leben. Das Herz weit öffnen und ihm viel, viel Raum geben.

Eine der mir inzwischen ans Herz gewachsenen Online-Freundinnen, sie lebt weit weg von hier im voralpinen Süden, hat gestern in unserem Gruppenchat das so berührende Bild geteilt, das ich für einen – ebenfalls aus dem Jahr 2020, dem Juli stammenden – Blogbeitrag zu 'Kopf und Herz'  auch gefunden hatte.
So berührend!
Und so wichtig! Danke dafür, Du Liebe❣️ Dieser Gruppenchatpost hat mich herz-lich erinnert und in mir etwas bewegt.

Und so lasse ich es für heute bei der Erinnerung an Tips und Techniken, die ich schon einmal beherrscht und beherzigt habe.
Auch das gehört zum "am eigenen Schopf aus dem Sumpf ziehen": wende das an, was Du weißt und was Du kannst.

Viel gelesen